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  • »stevedave« ist männlich

Registrierungsdatum: 13. Oktober 2009

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51

Sonntag, 18. Juli 2010, 02:12

Das Lied ist das erste (von der VÖ her) bei dem Till mit hoher Stimme singt ("sind die Freunde [...]")

Und was ist mit Bestrafe Mich, Klavier, Alter Mann oder Seemann? Die wurden schon vorher veröfentlicht...?

Und wegen der Idee zum Song; das kann ja sein, muss aber nich ;)
"Wir sind nur so Ost-Berliner Klopfköpfe."

Paul Landers im August 1998

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »stevedave« (18. Juli 2010, 02:12)


Seemann85

Seebär

  • »Seemann85« ist männlich

Registrierungsdatum: 15. Oktober 2008

Wohnort: Bielefeld

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52

Sonntag, 10. Juli 2011, 20:56

Kokain befindet sich auf der Single "Das Modell" als B-Seite. Auch wenn Rammstein Erfahrungen mit Kokain gemacht haben soll, geht es in dem Text denke ich nicht um Persönliche Erfahrung. Das Lied knüpft denke ich direkt an dem Thema "Model" an, mit dem schwerpunkt Eitelkeit. Eitelkeit ist die übertriebene Sorge um die eigene körperliche Schönheit. Der Spiegel ist ein Symbol der Eitelkeit. Es gab auch Klöster wo der Spiegel verboten war, um die Eitelkeit nicht zu fördern. Das Lied handelt aber natürlich auch von der Suchtgefahr der Rauschdroge Kokain, sowie um mangelndes Selbstbewusstsein. Die Weisse Fee ist das Kokain, das dem lyrischen Ich seine Wünsche (Fee) erfüllen soll, da Kokain im Zentralnervensystem eine Stimmungsaufhellung bewirkt.

Sind die Freunde mir gewogen?
die weiße Fee spannt ihren Bogen
schießt meiner Sorge ins Gesicht
und aus den beiden Hälften bricht
der Vater aller Spiegel


Das lyrische Ich leidet unter mangeldem Selbstbewusstsein und fragt sich ob es mit seinen Freunden gleich ziehen (gewogen/Waage) kann. Wahrscheinlich geht es um die Körperliche Attraktivität. Am Anfang des Liedes hört man, wie das lyrische Ich Kokain schnupft. Das Kokain (die weiße Fee) macht die Sorge, nicht attraktiv genug zu sein, weg (symbolisch der Sorge ins Gesicht schießen), da das Kokain im Zentralnervensystem die Stimmung verbessert und somit die Sorge verdrängt. Die Sorge bricht durch den Schuss der weißen Fee in zwei Hälften, woraus der "Vater aller Spiegel" (aus-)bricht (aus den...bricht/herausbrechen). Die Sorge ist also vom Kokain (weißen Fee) kaputt gemacht worden und ist in Trümmern (zwei hälften) gegangen. Daraus ensteht der Vater aller Spiegel, womit die Eitelkeit zum Ausdruck gebracht wird.

Am besten kann man den "Vater aller Spiegel" bildlich durch das Märchen Schneewittchen erklären, von den Gebrüder Grimm. Dort ist die böse Königin sehr schön aber auch extrem eitel und kann es nicht etragen an Schönheit übertroffen zu werden. Die böse Königin fragt immer ihren verzauberten, sprechenden und allwissenden Spiegel, wer die schönste im ganzen Land ist. Denke das Märchen kennt jeder und soll hier nur helfen, das ganze bisschen bildlich darzustellen um ein besseren Bezug zu der Symbolik mit dem Spiegel zu haben. Auch an diesem Märchen kann man sehen, das der Spiegel für Eitelkeit und allwissenheit steht. Mit dem "Vater" wird die persönliche bedeutung dieses Spiegels (der ja eigentlich nicht Real ist) des lyrischen Ichs symbolisiert. Die anderen (wahren) Spiegel sind die Kinder und dieser Vater Spiegel somit die Führungsperson/Bezugsperon (der allwissende den man vertraut oder Vertrauen möchte (eigentlich ja nicht real), denn seinem Vater glaubt man eher, als andere Kinder.

Also dies alles hier geschieht durch eine Halluzination heraus, die durch das Kokain verursacht wirdund ist nicht real, aber vom lyrischen Ich so gewollt bzw. Gewünscht (jedenfalls zu anfang). Die wahren (Kinder) Spiegel geben dem verunsicherten (nicht selbstbewussten) lyrischen Ich nicht die Antworten, die sich das lyrische Ich wünscht, sondern nur der nicht reale Vater aller Spiegel.

Er winkt mir und ich beug mich vor
er flüstert leise in mein Ohr:

Du bist das schönste Kind von allen
ich halt dich wie mein eigen Blut
du bist das schönste Kind von allen
in mir ist auch das Böse gut


Der (nicht reale) Vater aller Spiegel flüstert dem lyrischen Ich in seinem Ohr, das es das schönste Kind von allen ist. Interessant ist, das es dem lyrischen Ich zu Anfang nur um gewogenheit ging und nun sogar die Waage zu gunsten des lyrischen Ichs gefallen ist. Das Kokain lässt das lyrische Ich also auch noch übermütig werden. Der "Vater" gibt dem jungen Model die gewünschte bestätigung (Du bist das schönste Kind) und sein Vertrauen (hält sein eigen Blut (Tochter/Sohn) im Arm, obwohl er nicht der wahre Vater ist (halt dich wie...)). Dieser nicht reale Spiegel, zeigt dem lyrischen Ich das, was es sehen möchte, auch wenn es in wirklichkeit nicht der Wahrheit entspricht. Von daher zeigt er auch das Hässliche als schön oder das böse als gut (in mir (Spiegel) ist auch das Böse gut).


Die Neugier meinen Traum verlängert
die weiße Fee sie singt und lacht
hat gewaltsam mich geschwängert
und trächtig quält mich durch die Nacht
der Vater aller Spiegel


Die psychische Abhängigkeit von Kokain ist sehr hoch, denn sobald die Wirkung von Kokain nachlässt und somit auch dieses Hochgefühl, kommt es oft zu Depressionen und die Gefahr wieder erneut zu Kokain zu greifen ist daher hoch. Dieses Hochgefühl (die Neugier) will auch das lyrische Ich zurück haben und verlängert den "Traum" durch erneute einnahme von Kokain (Die Neugier meinen Traum verlängert). Diese erneute Einnahme der Droge (Da das lyrische ich dieses Selbstwertgefühl/Hochgefühl
wieder haben will) ist der Beweis das die weiße Fee (das Kokain) das lyrische Ich voll unter Kontrolle hat (psychische Sucht) und sich darüber freut (sie singt und lacht) das sie das lyrische Ich gewaltsam geschwängert hat (Abhängigkeit). Um das nicht falsch zu verstehen, vom Kokain kann man natürlich nicht Schwanger werden, im Sinne von ein Kind bekommen. Mit der symbolischen Schwangerschaft (Befruchtung bis Geburt (Endphase)) ist der rauschzustand gemeint. Trächtigkeit ist das gleiche wie Schwangerschaft, der Begriff wird allerdings nur bei Tieren verwendet. Der Vater aller Spiegel quält das lyrische Ich weiter mit seinen Lügen durch die Nacht, während das lyrische Ich Schwanger/Trächtig (Rauschzustand) von der Weissen Fee (Kokain) ist.


Und wie ich mich der Wehen wehre
auf dem Kindbett noch gehurt
seh ich dabei zu wie ich gebäre
und fress die eigne Nachgeburt


Wie erwähnt muss man diese Schwangerschaft symbolisch für den Rauschzustand sehen. Das das lyrische Ich kurz vor der Geburt (Endphase der Schwangerschaft) steht, bedeutet das die Wirkung des Kokains nachlässt. Somit verliert das lyrische Ich also dieses Hochgefühl, also den Vater aller Spiegel der dem lyrischen Ich positive Dinge erzählt. Das will das lyrische Ich aber nicht (wie ich mich der Wehen (Schwangerschaftswehen) wehre), da das lyrische Ich findet, das dieses Hochgefühl viel zu Schnell vorbei ging: Auf dem Kindbett (Frühphase des Konsums) noch gehurt (sich prostituiert für das Hochgefühl) und nun wieder alles vorbei. Das lyrische Ich sieht dabei zu wie die Wirkung nachlässt (seh dabei zu wie ich gebäre) und muss versuchen mit den Nachwirkungen (Depression) klar zu kommen (Fress die eigene Nachgeburt). Also das was vom Rausch übrig bleibt (Nachgeburt) sind die Depressionen, an der das lyrische Ich zu knabbern (fress) hat.
Mein Teil der Interpretation #mce_temp_url# (Version 4.0)
-(PDF Datei/Grösse: 35 MB/85 Seiten)- -Neue Version 4.0 nun mit Reise, Reise