• Ich hab in unsrer Tageszeitung einen sehr interessanten Artikel gefunden:

    Ist Rammsteins Zukunft "Rosenrot" ?

    Rock: Das Berliner Sextett scheint auf seinem fünften StudioAlbum alles gesagt zu haben.


    "Ideen haben wir noch zum Schweine füttern", meinte Gitarrist Paul Landers letzte Woche in einem Internet-Chat.
    Schade, dass man auf dem fünften Studioalbum wenig davon hört.
    Die-wie immer-elf Songs von "Rosenrot" erschöpfen sich in der Repetation des längst Gesagten und Gehämmerten. Die Soundtüftler Jacob Hellner und Co. mögen Songs wie "Benzin", "Feuer und Wasser" oder "Zerstören" noch so fantastisch düster klingen lassen-das hart-zarte Wechselspiel zwischen bittersüßen Zarah-Leander-Zuckerbrot und Industrial-Dampf-hammer-peitsche hat wohl spätetestens seit dem differenzierten Vorgänger Werk "Reise, Reise" (2004) seine Milch gegeben.


    Ein paar Neuerungen sollen nicht verschwiegen werden: Für "Stirb nicht vor mir" wagt sich Till erstmal an ein Duett, erstaunlicherweise mit Sharleen Spiteri von Texas. Das klingt dann erschreckend nach L`Ame Immortal, könnte aber ein Radio-Hit abwerfen. Und noch eine Premiere: Mit "Te Quiero Puta" lassen Rammstein vor allem die Ohren ihrer Fans in Südamerika glühen und zeigen, dass das R auch auf Spanisch teutonisch rollen kann, Aber die Mariachi-Trompeten dazu, kann man nicht einmal lustig finden. Auch der Titelsong-textlich eine Kreuzung aus dem "Heideröslein" und "Schneeweißchen und Rosenrot"-wäre auf dem Rammstein-Meilenstein "Herzeleid" gerade mal als Füller durchgegangen. Das gilt fast für das komplette Album, dem man trotz perfektem Handwerk an den Reglern durchaus abhört,dass es es zur Hälfte bei den "Reise, Reise"-Sesions liegen geblieben ist. Der einzige Gewinner ist auch der einzige Titel, der zu Kontroversen taugen könnte: Da die Schwulenszene aber viel Humor hat, wird "Mann gegen Mann" in den MS Connexions dieser Welt sicher der Tanzflächenverbrenner der Saison.
    Übrigens: Wer auf den Euro schauen muss, sollte sich den Kauf der Limited Edition sparen. Die Bonus-DVD enthält nur drei Konzertaufnahmen, die aber vermutlich auch auf einer zum Jahresende geplanten Live-DVD sein werden.


    Bewertung: Rosenrot 2/6 Sternen


    Scheinen ja nicht begeistert über das neue Album zu sein, aber "Rosenrot" ein Lückenfüller auf "Herzeleid", naja...

  • Hm, das klingt ja nicht gerade begeistert... Mal wieder eine Meinung von jemanden. :]


    Danke für's Reinstellen, RammsteinJunge! :)

  • Hm... Von mir aus können die das neue Album in der Luft zerreissen, ich werds wohl immer gut finden. Was irgendein Kritiker schreibt, der dafür bezahlt wird, interessiert mich nicht. Jeder sollte sich seine Meinung darüber bilden und nicht auf sowas hören (was hoffentlich auch niemand hier macht).

  • Zitat

    Original von Rippi
    Hm... Von mir aus können die das neue Album in der Luft zerreissen, ich werds wohl immer gut finden. Was irgendein Kritiker schreibt, der dafür bezahlt wird, interessiert mich nicht. Jeder sollte sich seine Meinung darüber bilden und nicht auf sowas hören (was hoffentlich auch niemand hier macht).


    Genau so ist es, Rippi. Wir sollten uns auf jeden Fall immer eine eigene Meinung bilden und Rammstein werden wohl, egal was sie machen, in der Luft zerrissen. Das war so und das wird wohl auch so bleiben.
    Für mich jedenfalls ist ROSENROT mit MUTTER vergleichbar und auf eine Ebene zu stellen.

  • Rosenrot hat sich vom schlechsten zum besten rammstein-album avanciert.die lyrik is echt gelungen aber ich finde das die rammsteiner feuer und wasser schlecht umgesetzt ham:(aber is n klasse album!!!frach mich nur,wann dann das nächste album kommt um mein hirn zu füttern;) 8) 2007 ?! 2008?! aber meine augen 8)werden ja bald stundenlang nur auf eins schaun:RAMMSTEIN LIVE!!! ich liebe SUSHI;)

  • Ich hab hier auch noch n tolles Review:


    Ich brauch Benzin" skandiert Till Lindemann. Der Fan braucht neues Rammstein-Material. Und so geben sich die Berliner nicht knauserig, sondern generös. Elf Tracks, die unter anderem aus der "Reise Reise"-Session stammen, finden den Weg auf Album Nummer fünf. Damit führen Rammstein die Tradition der lieblichen Albentitel fort. Lediglich "Mutter" sticht mit schmetternden doppelten "t" heraus. Nach deftigem "Herzeleid", perfektionistischer "Sehnsucht" und schleppender "Reise Reise" nun ein märchenhaftes "Rosenrot".


    Märchenhaft auch deshalb, weil Lindemann und Co. sich an deutscher Hochkultur versuchen. Der Titeltrack, ein Hybrid aus der Feder der Gebrüder Grimm und uns Johann Wolfgang von Goethe gerinnt in rammstein'schem Songwriting. Wer auf ein Happy End hofft, hat entweder noch nie auf die Texte des Sextetts geachtet oder ist hoffnungslos romantisch. Am Ende sterben sowohl Bube als auch Mädel eines tragischen Todes. So soll es sein. Wäre es anders, käme das einer mittelschweren Sensation gleich. Ebenso verhält es sich mit dem klanglichen Erscheinungsbild des Albums, das dort anknüpft, wo noch "Reise Reise" den Endpunkt setzte.


    TRACKLISTE


    1. Benzin
    2. Mann Gegen Mann
    3. Rosenrot
    4. Spring
    5. Wo Bist Du
    6. Stirb Nicht Vor Mir / Don't Die Before I Do
    7. Zerstören
    8. Hilf Mir
    9. Te Quiero Puta!
    10. Feuer Und Wasser
    11. Ein Lied


    Doch ganz so einfach darf der Blick auf die Songs nicht ausfallen. Zum ersten Mal schafft es sogar eine Kollaboration auf ein Studioalbum. "Stirb Nicht Vor Mir" fällt deshalb auch nicht unerheblich aus dem Rahmen. Texas-Chanteuse Sharleen Spiteri macht aus der schönen und poppigen Melodie, die so gar nicht rammsteinisch klingen möchte, etwas Besonderes. Wer auch immer auf die Idee zu dieser Zusammenarbeit kam, man sollte ihm einen Orden verleihen. Spiteri wäre zwar nicht zwingend erste Wahl, wenn es um die Suche nach geeigneten Gesangspartnern für Till ginge, aber ohrenscheinlich passt das hier sehr gut zusammen.
    Lindemann versucht sich einmal mehr als richtiger Sänger und gibt dabei eine wirklich gute Figur ab. Daran schließt sich jedoch gleich die Frage an, weshalb ausgerechnet das eher unbedarfte, erwartbare "Benzin" als erste Single erschien. Obwohl das Eingangsriff schon ganz gut abgeht.


    Einmal mehr die alberne Seite kehrt der Sechser beim mit Mariachi-Tröten ausgestatteten "Te Quiero Puta!" hervor. Ob man jedoch mit derartigem Balzverhalten einen spanischen Blumentopf gewinnt, bleibt fraglich. Auch musikalisch bietet der augenzwinkernde Scherz mit einem eher nervenden Mitgrölrefrain leider nur begrenzt Spannendes. Einen weiteren Ausflug in Märchengefilde wagen sie mit "Hilf Mir". Der Zwitter aus Hoffmanns Struwwelpeter-Geschichte vom zündelnden Paulinchen und Rammstein-Lyrik spannt den Bogen zu "Spieluhr" vom "Mutter"-Album.


    Auch was die Atmosphäre des Album anbelangt, knüpfen Rammstein den Faden aus Stahlwolle weiter. Die ehedem herrschende Brachialität weicht einer morbiden Märchenonkel-Stimmung, der Lindemann des öfteren die vor Wahnsinn geifernde Maske aufsetzt. "Spring", "Wo Bist Du" und "Zerstören" machen eine ganz passable Figur, kommen jedoch über typische Rammstein-Hausnummern nicht hinaus. "Feuer Und Wasser" greift ein ähnlich Muschi-fixiertes Thema auf wie seinerzeit "Sehnsucht". Voyeurismus unter Wasser sozusagen, welcher pubertierende, von überschäumenden Hormonen geplagte Bengel kennt das nicht? Rammstein zeigen sich also verständnisvoll.


    Wir sind für die Musik geboren / wir sind die Diener eurer Ohren / immer wenn ihr traurig seid / spielen wir für euch.


    Was für die einen wie ein furchtbares Menetekel klingt, nehmen die anderen gerne an. "Ein Lied" erklingt und steht als Kehraus für ein solides Stück Rammstein. Mit dem erwähnten "Stirb Nicht Vor Mir" gelingt den Berlinern sogar eines ihrer besten Stücke ever. Dem Fan wird es gefallen, erfüllt "Rosenrot" doch die Erwartungen, was dem Nörgler ebenso wieder Stoff für Mäkeleien liefert: Im Osten nichts Neues? So what ...


    http://www.yopi.de/rev/237018