Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?



  • Gab's mal als Kunden-Bonus im Supermarkt, liegt schon ewig.


    War tatsächlich unterhaltsam, vor allem für so Leute wie mich, die als Schüler die Kassetten in-und auswendig kannten und unbedingt später mal Justus oder Bob sein wollten. Peter wollte nie jemand sein.

    Aber schon ganz schön flach... aus Sicht eines längst-nicht-mehr-Schülers

    Nur, weil die sich ausschließlich von Kirschkuchen ernähren? ^^


    Mir kamen diese Supermarkt-Hefte mal in Form drei !!! ins Haus. Das haben wir gar nicht geschafft zu lesen, da kam keine Spannung auf. Mittlerweile kenne ich sehr viele ??? Geschichten und die haben nicht die größte Handlung, aber sind trotzdem besser auszuhalten. Allerdings auch alles Kids-Versionen. Habe zwei Sammelbände bestellt, die haben zumindest schon mal aufregendere Titel. (Muss man ja sagen, das ist eine richtige Geldmaschine. Zig Varianten und wenn man alte Bücher in die Hand nimmt, sieht man auch eine auffällige Preisentwicklung.)


    Trink das Schwarz in tiefen Zügen :kaffee:

  • Warum es gut ist, nicht aus dem Kontext herausgerissen zu zitieren... ;)

    Ach du, das war Absicht. Wer mich kennt... :popc1:

    Ich werfe noch das Wort "Duschvorhang" in den Raum, dann soll man bitte das Lied aus dem Album "Skills in Pills" denken. 🥂


    BTT: Noch nicht ganz fertig mit "Nerds", aber seeeehr bald.

  • Lese parallel gerade einiges; alles zu seiner (Tages-)Zeit, halt.


    Fertig, da TrotzFortgeschrittenerStundeNichtAusDerHandLegbar, zunächst dieses:


    Fallen Angel, von William Hjortsberg.

    Der daraus entstandenen Film ist lang genug her, daher war das jetzt mal dran, "Angel Heart" mit Mickey Rourke, und mir fiele auch kein geeigneterer Schauspieler dafür ein.


    "Überraschenderweise" ist das Buch in wesentlichen Teilen ganz anders als der Film. Vor allem: viel weniger Horror, deutlich mehr Krimi/Thriller, mit Mystery-Einschlag. Weder spielt Voodoo die herausragende Rolle, noch kommt New Orleans überhaupt vor; es spielt komplett in New York.

    Klar, am Ende bleibt der Eindruck "Don't fuck with Lucifer", aber nach dem Buch konnte ich viel besser schlafen, als nach dem Film (nächtelang damals nicht...).

    Hjortsberg hat einen sehr guten Schreibstil, ich muss mal sehen, was der noch geschrieben hat.

    Das Englisch war durchaus anspruchsvoll, weil er viele weniger bekannte Phrasen und Fachbegriffe nutzt, was es insgesamt deutlich interessanter machte.

    Äusserst spannend, gilt wegen stärkerer Abweichungen zum Film auch für "Vorbelastete"; fast kein Horror... ==> absolute Leseempfehlung, bestimmt auch auf deutsch sehr gut!

    "Seid doch gut... wenn ihr könnt" (Don Fili)

  • ..und dann noch dieses... und ich weiss nicht, ob ich mich wundern oder schmunzeln soll:


    The Legend of Sleepy Hollow, von Washington Irving.


    Hier setze ich mal voraus, dass (eigentlich?) jeder den Film kennt oder mindestens davon gehört hat.

    Ein (weiteres) Meisterwerk von Tim Burton (💗💗) mit so vielen herausragend arbeitenden Schauspielern...


    Nun... es hat - überraschenderweise - nicht viel mit dem Film zu tun, wobei ich in diesem Fall darüber sehr enttäuscht bin.

    Hier hatte ich mich auf schlaflose Nächte fast gefreut.


    Was soll ich sagen, ohne zu spoilern? Zunächst mal war die Überraschung gross, als es vor 10 Tagen geliefert wurde. 51 Seiten (kein Tippfehler, also nicht z.B. 510 Seiten oder wenigstens 150... nein: 51!) in noch dazu recht grosser Schrift, dafür mit wenigen Absätzen (Punktabzug!).


    Okay... Es hat *Nichts* mit Horror zu tun, sondern bestenfalls mit der "Legende *ÜBER* den Horror, aber das auch nur sehr kurz.


    All das hätte man auch vorher im Internet nachschlagen können, aber ich spoiler mich doch nicht selbst!

    Und was kommt als nächstes? Ich lasse mir vom Co-Piloten Bücher zusammenfassen, und stelle das selber lesen ganz ein?


    Am Ende hätte ich es weder bestellt noch gelesen, und dabei ist es ja trotzdem sehr lesenswert, schon weil ich so eine Geschichte noch nie gelesen habe.

    Am Ende muss ich wohl über die Realität als Abweichung zu meinen Erwartungen schmunzeln, fühlte mich aber ca. 3 Stunden lang bestens unterhalten.


    Eher einfaches Englisch, falls es einer nicht auf deutsch angehen möchte.

    "Seid doch gut... wenn ihr könnt" (Don Fili)

  • Zu wenig Zeit zum lesen, derzeit, daher neben vereinzelten Kurzgeschichten (Roald Dahl, Stefan Kruecken, E.A. Poe) und Gedichten (vor allem Lindemann) nur ein Buch geschafft:


    Terence Newnes: The Legend of Jack Donovan.

    Sah auch ansprechend aus:

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    Western! Die Idee, einen Western zu lesen, fand ich ausprobierenswert. Bin nur mittelmässig überzeugt.

    Einerseits schreibt der Author spannend genug, und es ist in kurze Kapitel geteilt (immer ca. 5-8 Seiten) was es leichter erschliessbar macht.


    Aber der Held ist einfach zu gut, und das ist erkennbar nicht als Satire gemeint, weswegen es eher nervt.

    Der zieht so schnell, dass seine Gegner schon tot sind oder keinen Daumen mehr haben, bevor sie selbst ziehen können; allesamt zuvor selbst als Revolverhelden bekannt.

    Von einfachen Gaunern erschiesst er schnell mal drei, bevor einer von denen schiesst, und natürlich kann er Spuren lesen, wo andere nur Dreck sehen, weiss, wie man Feuer ohne Rauch macht, schiesst auch mit dem Gewehr aus laufendem Ritt perfekt.

    Ein Chinese hat ihm Kampfkunst beigebracht, die Yankees hätte er fast allein besiegt.

    usw.


    Ist der Auftakt einer Reihe.

    Aber bevor er im nächsten Teil noch nach Sternen navigieren und gut kochen kann, oder der beste Ehemann der Welt und später Präsident wird, lese ich die weiteren eher nicht.

    "Seid doch gut... wenn ihr könnt" (Don Fili)

  • Edgar Allan Poe - Novellen des Todes


    Hatte im Vorfeld Bemerkungen gelesen, Poe wäre überhaupt nicht aufregend. Und irgendwie stimmt das. Der Stephen King seiner Zeit, wenn der Mythos größer ist als die Geschichten selbst.


    Trink das Schwarz in tiefen Zügen :kaffee:

  • Edgar Allan Poe - Novellen des Todes


    Hatte im Vorfeld Bemerkungen gelesen, Poe wäre überhaupt nicht aufregend. Und irgendwie stimmt das. Der Stephen King seiner Zeit, wenn der Mythos größer ist als die Geschichten selbst.

    Manchmal liegt der Wert von Literatur aber auch in der Art, *wie* geschrieben wurde, und da geht es dann selbst bei Mystery und Thriller nicht um die Dauerspannung.

    Poe ist - für mich persönlich - da ein absoluter Meister. Schwierigkeiten mit dem hat natürlich auch, wem sich der zeitliche und örtliche Rahmen der Handlung nicht gern öffnet. Es ist nunmal keine moderne Literatur.


    Aber man kann sich doch prima von KI so'n Buch in Bulletpoints zusammenfassen lassen, oder man beauftragt sie, dasselbe nochmal zu verfassen, dabei aber den persönlich gewünschten Spannungsgrad reinzubauen, Ort und Jahrhundert.


    Am anderen Ende, z.B., Arno Strobel oder einige von Fitzek usw.; für mich so spannend, dass man Nächte durchlesen kann/muss, aber eher platt geschrieben. Da liegt die Kunst nicht in der Schrift, sondern in der Spannung. Wobei da nach einer Anzahl Büchern ein Autor auch gern mal früh durchschaut wird.

    "Seid doch gut... wenn ihr könnt" (Don Fili)

  • Der Stephen King seiner Zeit

    Das passt. Denn EAP hat, genau wie Stephen King, Zugänge zur inneren Dunkelheit seiner Mitwelt gehabt, die damals einfach keiner so gesehen hat oder gewagt hat auszusprechen, siehe Kings Fixation auf die heile Kleinstadt als absoluten Abgrund.
    Und wenn Ihnen dies gefallen hat, werden Sie den Marquis de Sade lieben! :P
    Lies dir wirklich mal DIE 120 TAGE VON SODOM durch.
    Der war ein unglaubliches Dreckschwein, aber er hat auch seiner Umwelt mit seinen paraphilen Ideen gnadenlos zynisch den Spiegel um die Ohren gebrettert.
    Wohl auch deshalb haben sie ihn in die Bastille eingekerkert.

  • Das passt. Denn EAP hat, genau wie Stephen King, Zugänge zur inneren Dunkelheit seiner Mitwelt gehabt, die damals einfach keiner so gesehen hat oder gewagt hat auszusprechen, siehe Kings Fixation auf die heile Kleinstadt als absoluten Abgrund.
    Und wenn Ihnen dies gefallen hat, werden Sie den Marquis de Sade lieben! :P
    Lies dir wirklich mal DIE 120 TAGE VON SODOM durch.
    Der war ein unglaubliches Dreckschwein, aber er hat auch seiner Umwelt mit seinen paraphilen Ideen gnadenlos zynisch den Spiegel um die Ohren gebrettert.

    Ich bezweifle nicht, dass EAP einen ungewöhnlichen Ton angeschlagen hat (wer den Thread hier verfolgt, weiß, ich lese oft alte Literatur), aber "Novellen des Todes" bestehen schon nicht aus vielen Geschichten, dennoch fand ich "Die schwarze Katze" und "Das verräterische Herz" zu ähnlich. In beiden Fällen hält sich der Mörder zunächst übermäßig überlegen, um dann in einem regelrechten Wahn verfallend, durch Geräusche entlarvt zu werden. (Übrigens ähnlich zu "Schuld und Sühne" von Dostojewski, nur dass es einen da stärker hineinzieht, weil das Thema auf so unglaublich vielen Seiten ausgewälzt wird. )

    Wenn man der ganz leibhaftigen Geschichte um den Tod Poes Glauben schenken darf, kann man fast annehmen, sein Zugang zu Abgründen erfolgte vllt einfach auf ganz natürliche Weise.

    Über King lässt sich inhaltlich ähnlich sprechen. Ich habe viel von King gelesen und irgendwie hat das auf Dauer auch zu einer Abgewöhung geführt, wer so ausgiebig veröffentlichen kann, wird durchschaubar. Irgendwann kommt der Punkt, da weißt du immer schneller, in welche Richtung der Autor die Geschichte entwickeln wird.

    Um eins noch einmal herauszustellen: Ein Autor kann auf einzelne Werke betrachtet trotzdem Beachtliches erschaffen.


    120 Tage von Sodom habe ich für einen 10er gefunden. Mir gefallen die negativen Rezensionen, da bekommt man Lust, sich selbst ein Bild zu machen.


    Trink das Schwarz in tiefen Zügen :kaffee:

  • 120 Tage von Sodom habe ich für einen 10er gefunden. Mir gefallen die negativen Rezensionen, da bekommt man Lust, sich selbst ein Bild zu machen.

    Du kannst es auf 2 Weisen lesen. Entweder als Schockbuch bzw "OMG DER WAR ERNSTHAFT SO DRAUF OMG" ins Moralfagott tuten, oder es als hemmungslose satirische Abrechnung mit "seinesgleichen" / der herrschenden Klasse bewerten. Der war meines Erachtens an einem Punkt, wo er so Libertine und geächtet war, dass er nix mehr zu verlieren hatte. Es bieten sich zaghafte Vergleiche zu zeitgenössischen Pornopoeten an.