Beiträge von Diaboula

    Ist ja auch alles relativ.

    Ich habe nicht vor, Gedichtanalysen zu machen, insofern zählt der Unterhaltungsfaktor im Zusammenspiel mit der Musik.

    Am Ende bleibt es eh jedem selbst überlassen, bei welchem Text er sich mitgenommen fühlt oder nicht.

    "Ich hasse Kinder" klemmt zwar an allen Stellen, aber ist sehr bildlich und alltäglich, das ist auch mal schön.

    Als die Titel des letzten Rammsteinalbums herauskamen, dachte man, das seien Platzhalter, so platt waren die.

    Und allg, war auf dem Album auch kein lyrischer Geniestreich, oder?


    Ich denke, einerseits kommt bei Till nicht mehr viel Gutes (obwohl es ja eh schon mal jemanden gab, der meinte, dass die Gedichte gelesen nicht viel hergeben) und er anderseits hier vllt wirklich nur ein Erlebnis beschrieben hat, also es inhaltlich reinbringen wollte, ohne es gut reimen zu können.

    Ich habe die Freudenhäuser weggelassen, um nicht immer den gleichen Witz zu machen. :saint:


    Ja, an den Naturfan dachte ich auch. Aber Lockdown ist ja nicht automatisch Abgeschiedenheit, sondern erst mal Tristesse. Außerdem kommt er mir wie ein Maskenmuffel vor. :]


    Und noch etwas könnte ich mir vorstellen, die häufige Auseinandersetzung mit dem Morbiden hat vllt auch seine Spuren hinterlassen. Im Stillen viel über das Leben und sein Ende nachzudenken, kann Angst machen. Da braucht man lebensbejahende Ablenkung. Gerade weil er sehr oft genau den Eindruck erweckt, als fürchte er gar nichts.

    Eine andere frage

    Lebt till eigentlich in moskau?
    laut instagram fotos, ist er immer in moskau, schon das ganze jahr.??

    Falls die Frage noch relevant ist, habe ich auch eine Theorie. Er ist vllt dem Lockdown in Deutschland ausgewichen, Russland war weniger streng. Was gab es für ihn hier? Keine Restaurants, keine Veranstaltungen, etc. Das ist sicher nichts für ihn.

    Hass ist ja sowieso unterschiedlich auszulegen, prinzipiell wäre Kinder pauschal zu hassen, aber sicher nicht richtig - nur weil sie nerven.


    Auch würde ich den Text nicht so wortwörtlich verstehen. Die Lyrics allein beschreiben eine Situation, in der das Ich genervt ist, weil das kleine Kind so unruhig ist. (Tills Gesichtsausdruck als er davon singt, dass es sich gerade beruhigt hatte, aber dann wieder anfängt, passt perfekt auf die Gefühlslage. Nämlich pure Verzweifelung. ) Bis zu einem gewissen Alter sind Kinder gar nicht steuerbar, ob die Eltern dann etwas sagen oder nicht, sie machen es einfach. Ich glaube, auch im Lied ist das demjenigen klar, nur kann man sich nicht immer von seinen eigenen Gefühlen lösen und die signalisieren einem Stress und damit Abneigung/Wut, die in einer Gewaltfantasie münden. Doch etwas zu denken und etwas zu tun, geht nicht gleichermaßen einher. Daher auch der Reminder an die eigenen Kinder. Man mag Kinder ja, aber eben leichter, wenn sie die eigene Brut sind und bei denen würde man sich auch zusammenreißen.

    Nur vom Text her, würde ich das Lied einen Katalysator nennen. Könnte mir vorstellen, dass es wirklich in so einer Situation geschrieben worden ist zur Ablenkung.


    Das Video bringt natürlich eine brutale Ebene hinein und die gibt es generell auch. Kinder können ekelhaft sein, denn sie probieren sich aus, lernen Gruppendynamiken sehr aktiv und reflektieren wenig ihr Verhalten auf andere.

    Allerdings sehe ich nicht die größere Provokation, wenn ein Kind jetzt morden würde. Es wäre dann halt nur weniger Raum für Till geblieben. Ich glaube, Videos in denen auch Kinder sich wehren, gibt es durchaus.

    Super Text, habe ordentlich gelacht. K1 singt nach einmal hören sogar schon mit. (Wird schon wissen warum :] )


    Musikalisch und optisch hätte sich durchaus Rammstein auch nur umbenannt haben können. Gerade bei der Musik ist man ja da auch gern auf neueren Wegen unterwegs.


    Zum Video:

    Dachte erst, er wäre der Lehrer der Konsomolzen, aber das soll ja nur den Rückblick darstellen, dass er zu der Zeit von den Mitschülern so schlecht behandelt wurde, um genug Gründe für seine spätere Rachsucht zu haben. Lenin weint, weil das nicht gerade für Pioniertugenden steht.

    Und während "Till" als Mörder vehört wird, erlebt er wieder Gewalt. Wahrscheinlich, weil das eben die gängigste Form der Durchsetzung ist. Daher wohl auch die Textzeile: Kann und darf man Kinder schlagen? Man züchtigt Kinder mit Gewalt und beschwört damit nur herauf, dass sie später im Leben sich noch schlechter benehmen, anstatt davon erzogen worden zu sein.


    EDIT:

    Mir kam auch kurz der Gedanke, Till macht jetzt andere Sache, um den Eindruck zu erwecken, der versaute Kram sei ja gar nicht von ihm gekommen.

    Nun gut, für das Thema hat er auch eine Schwäche, also könnte es wohl stimmen. (Zumal Fans irgendwie im Vorfeld oft schon recht genau wissen, in welche Richtung etwas geht. Schwarmintelligenz oder iwer kennt wirklich mal jemanden.)


    Allerdings sind die Artikel beide abartig zu lesen und es lässt in dem Sinne nichts Gutes hoffen. Eig dürfte es schwer sein, so ein Grauen künstlerisch umzusetzen, ohne es zu verharmlosen oder lächerlich zu machen.

    Woher willst du das wissen, kennst du den Text?
    Vllt hasst er Kinder nur, weil sie jung sind und er nicht. Das ist ja eher zeitlos. :]


    Zur Diskussion, dass er ja schon junge Musiker bei der Tour hatte. Ich hatte es so verstanden, dass Peter die eher mitgebracht hat, war nicht sein Sohn ein Teil davon?

    Anke Stelling - Bodentiefe Fenster


    Das war tatsächlich ein Einblick, was weiße Privilegien ausmachen. Probleme, die kaum welche sind. 7/10


    Fjodor Dostojeweski - Der Spieler


    Thematisch ähnlich zu "Schuld und Sühne", erst will der Protagonist Geld und dann weiß er nichts damit anzufangen. So dass er die restliche Zeit philosophiert und vor allem viele Gefühle durchlebt.

    Kleines Manko nebenbei, französische Dialogfetzen blieben unübersetzt, da wird vorausgesetzt der Leser hat das zu verstehen.

    8/10

    Bis auf wenige Ausnahmen, die wirklich rausstechen.

    Das ist immer so, aber gerade diese Ausnahmen machen es dann doch sehenswert. Irgendetwas ist immer dabei, dass einem gefallen kann. Man muss ja auch sehen, dass da genauso echte Künstler mitmachen und nicht nur Leute, die am Reißbrett entworfen werden.


    Kannte den auch nicht. Und das ist auch der Unterschied. Lenas "Satellite" kam damals schon wochenlang im Radio. Aber die Kandidaten der letzten Jahre wurden nicht mal bei uns gehört. Wieso sollte die dann jemand anderes wählen.

    Wüsste eher gern, ob Till nicht auch ein bisschen als verbrannt gilt in der Branche. Könnte mir vorstellen, dass nicht jeder bereit ist, zu solchen Bühnenshows.

    Wobei ich ja schon fand, dass dabei auch feministische Züge zu erkennen waren. Das freie Zeigen von Vulven wird heutzutage ja durchaus praktiziert, um Frauen die Scham zu nehmen. Und sein zwiespältiges Verhältnis zu Elternschaft, weil Kinder Geld kosten und sie zu lieben, einer stumpfen Pflicht gleichkomme, ist auch ein stetiges Thema der Gleichberechtigung. Womöglich ist er auch zeitgeistiger als gedacht und er findet bald ein paar junge aufstrebende Musiker, die ihm noch mal einen neuen Anstrich verpassen. :]