"Breite Masse" ist halt heutzutage noch viel schwieriger zu definieren als vor ein paar Jahren, da die Gesellschaft so dermaßen gespalten ist und das zeigt sich leider auch bei Rammstein. Als das ganze vor 3 Jahren aufkam hab ich keine breite Masse erlebt die dem ganzen ergebnisoffen gegenüberstand. Sondern viel mehr wurde Rammstein für den nächsten großen Kulturkampf "missbraucht".
Auf der einen Seite hattest du die Horde an Menschen, die aus reinem Trotz und aus reinem Hass auf "Wokeness" auf Till's Seite standen, weil Frauen kann man ja eh nie glauben und überhaupt wird aus jeder Kleinigkeit ein Skandal gemacht. Und Feminismus ist auch kacke, 1970 hat sich ja immerhin auch niemand über Groupies beschwert!
Auf der anderen Seite hattest du dann einen Mob für den bei der ersten kleinsten Anschuldigung sofort klar war, dass Till ab jetzt als brutaler Vergewaltiger abgestempelt ist und er auf jeden Fall schuldig ist, egal wie die Faktenlage aussieht. Ist halt ein böser alter weißer Mann, was soll man da auch erwarten?
Jede Kleinigkeit wird momentan politisch und kulturell ausgeschlachtet. Und so wäre es auch, wenn Rammstein für ein Festival angekündigt werden würde. Du hättest auf der einen Seite Leute, die aus reinem Trotz hingehen würden und du hättest Leute, die sich erstmal über Online-Petitionen gegen den Auftritt aussprechen würden, obwohl sich weder die eine noch die andere Seite mit der ganzen Thematik auseinandergesetzt hat.
Natürlich hab ich es etwas überspitzt dargestellt und ja, natürlich trifft dieses Schwarz/Weiß-Denken nicht auf alle zu und gerade in der Rammstein-Fangemeinde gehe ich schon davon aus, dass sich die Fans damit auseinandergesetzt haben und abwägen können, wie sie das ganze moralisch sehen. Aber gesammtgesellschaftlich sehe ich das eher nicht. Trotzdem hat aber jeder irgendwie ne Meinung.