Beiträge von Lysanthe

    Ich finde es interessant, wie unterschiedlich von euch ein und dasselbe Konzert wahrgenommen wird.
    Ich (50+ plus Tochter 20+) war am 16.5. zum allerersten Mal auf einem Rammstein-Konzert. Mich haben bisher immer große Zuschauermengen abgeschreckt. Diesmal habe ich beschlossen, mich aus meiner Komfortzone zu bewegen und das als mein Projekt für 2024 anzugehen. (Als Vorbereitung besuchte ich – ebenfalls Premiere – ein Fußballspiel. Da hatte ich immerhin schon mal 30 000 um herum)

    Wir schlenderten gemütlich durch die Altstadt und dem Elbufer entlang zum Gelände, aßen unterwegs eine Bratwurst und kamen gegen 18 Uhr am Einlass an. Beschilderung haben wir unterwegs keine gesehen, wir sind immer den passend Gekleideten nach. Wir waren völlig überrascht, dass dort keine Schlange war, sondern wir fünf Minuten später schon drin waren. Nach einem kleinen Spaziergang dann der „echte“ Eingang. Der Ausblick von dort auf das Gelände war überwältigend: die vielen Leute, die Riesenbühne im Hintergrund.:spring:

    Wir schlenderten auf der linken Seite entlang nach vorne und waren wieder überrascht, dass wir problemlos sehr weit nach vorne kamen. Irgendwann standen wir vor dem Feuerzonenschild und suchten uns dort einen Platz. Links von uns die Dixis und das Sanitätszelt = beruhigend, rechts von uns die B-Stage = uiii.:love: Die Wartezeit überbrückten wir im Gras sitzend, was mehrere hier taten. Der Beginn von Abelaerd war recht unauffällig. Alle unterhielten sich weiter. Es kam auch recht wenig Ton bei uns an. Ist bestimmt nicht einfach für die beiden. Immerhin wurde der Ton gegen Ende besser und die Menge ging auch etwas mit. Bis jetzt standen hier alle recht locker. Allmählich drängten sich doch einige dazwischen. Es hielt sich aber in Grenzen. Ich war erstaunt, dass die Menge nicht von hinten nachdrückte. Das Umfeld war recht angenehm. Kein Schubsen und Drängeln. (Uns tat nur ein kleiner Junge leid, der die zwei Stunden Konzert auf den Schultern saß und wohl kaum wirklich Spaß hatte. Kann ich mir jedenfalls nicht vorstellen.)

    Die Show war natürlich der Hammer. Dadurch, dass die Bühne so hoch ist, sahen wir die sechs sogar ab und zu. Details konnten wir allerdings nicht erkennen. Der bewölkte Himmel war für die Effekte von Vorteil. Und weil wir vor einem der Türme standen, bekamen wir auch einiges hautnah mit. Die Lautstärke war für mich überraschend gering. Lag wohl am Wind. Dafür hatten viele Dresdner was davon.^^ Der Sound war aber trotzdem super. Hatte nicht erwartet, dass es live so gut klingt.

    Eigentlich wollten wir gegen Ende abwarten bis der Großteil weg ist und uns noch etwas kaufen. Nachdem die Getränkestände dann schon zu hatten und direkt neben uns ein Ausgang geöffnet wurde, nutzten wir die Gelegenheit. Wenige Minuten später waren wir draußen. Wir wollten wieder zu Fuß zum Hotel, um die beleuchtete Altstadt noch „mitzunehmen“. In der Nähe der Straßenbahnhaltestellen war es dann chaotisch. Es standen zahlreiche Polizisten herum, die allerdings nichts taten, um den Besucherstrom zu regeln. Irgendwie quetschten wir uns durch.

    Der Abend endete für uns unerwartet mit weiteren Pyros: An der Elbe waren alle Ausflugsschiffe versammelt und auf jedem spielte eine Dixieland-Band. Wir setzten uns gemütlich auf eine Bank und genossen die Atmosphäre. Punk 23 Uhr startete ein beeindruckendes Feuerwerk, das sich direkt über unseren Köpfen ausbreitete. Ein würdiger Abschluss des Tages!

    Am nächsten Morgen schauten wir beim Pop-Up-Store vorbei. Wir dachten, wir wären zu früh dran. Als aber schon eine halbe Stunde vor Öffnung eine lange Schlange wartete, stellten wir uns auch an und kamen beim ersten Schwung mit rein. Eigentlich wollten wir gar nichts kaufen. Wenn man aber nun schon mal da ist …:D Um nachzuweisen, dass man LIFAD-Mitglied ist, reicht die Angabe der Mailadresse, die man auch mehrfach eingeben kann, wenn man nicht mehr weiß, mit welcher man registriert ist.

    Und dann ging es zum Bahnhof und weiter zum WGT.


    Fazit: Es war ein einmaliges Erlebnis. Hätte vor einem Jahr nicht gedacht, dass ich die Jungs doch noch live erlebe. Für uns hat alles gepasst. Überraschend auch, dass wir beim Einkaufen in der Stadt mehrmals positiv angesprochen wurden, ob wir zu Rammstein
    gehen (kenne ich sonst nur aus Leipzig beim WGT). Jetzt freu ich mich auf Gelsenkirchen.

    Der gestrige Abend bleibt mir auf jeden Fall in Erinnerung: negativ und positiv!
    Negativ: An- und Abreise
    Der Versuch mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen erschien mir nach einigen einschlägigen Erfahrungen zu gewagt, also Auto genommen. Extra früh los, in der Hoffnung vor den Wellenbrecher zu kommen. Hätte fast geklappt, da die Mehrheit recht spät erschien (und total erstaunt war, dass so viel los ist) - aber dann 40 Minuten in einem kleinen Ort im Stau gestanden. Dachte zuerst an Unfall - bis ich jemanden fragte: war ne Bauerndemo. Wie sinnvoll ist bitte eine Demo von der keiner weiß? Beim Zenith wurde ich sofort ins Parkhaus gelotst. War erstmal ganz ok. Beim Rausgehen dann ewig am Automaten angestanden, für 5 Stunden Parken 14 € (!) bezahlt und wegen Stau an den 2 Schranken erst kurz nach Mitternacht geschafft, das Parkhaus zu verlassen!

    Positiv: Das Konzert

    Ich stand mittig zwischen Wellenbrecher und Mischpult. Sound war großteils gut. Gegen Ende "klapperte" oder rauschte etwas mit. Das war seltsam. Das Publikum war sehr gut gelaunt. Ausufernde Tanzbewegungen, sogar schon Arme hochnehmen, war aber wegen der Enge nicht möglich ohne andere anzurempeln. Es haben einige mitgesungen. Allerdings war die Lautstärke des Publikums tatsächlich leise und der Jubel ebbte nach einem Lied immer sehr schnell ab. Von anderen Konzerten weiß ich, dass München auch viel lauter sein kann. Und die Handyfilmer waren nervig. Gefühlt jeder in meinem Umfeld hat bei jedem Lied die erste Minute gefilmt. Da war mit Sicht auf die Bühne dann nix. Das kenne ich so nicht. Die niedrige Bühne im Zenith ist generell ein Problem. Ich hatte auch Schwierigkeiten die Leinwand zu sehen. (was nicht so der große Verlust war.)

    Das Beste: unser Wunsch wurde erhört! Nach "Home, sweet home" erklang der "Rödler". Es gab Jubelrufe und viele fingen dazu zu tanzen an.

    Fazit: Lustige Mischung! Einerseits richtig tolle Songs, andererseits Kindergeburtstag. Gerne wieder.

    Ich habe zu lange gewartet und nun sehe ich, dass alle Hotels in Gelsenkirchen restlos ausgebucht sind.

    Wer kann mir Nachbarorte empfehlen, die per ÖV schnell erreichbar sind?

    Essen? Dortmund?

    Ich habe auch zu lange gewartet und will zudem mit dem Zug anreisen. Ich bin erschrocken, als ich sah, dass Gelsenkirchen bei den ganzen Portalen ein "weißer Fleck" ist (wenn man die Luxushotels außen vor lässt). Vorgestern ist dann das Ibis-Hotel am Bahnhof mit Zimmern aufgetaucht. War unüberlegt, weil keine Stornomöglichkeit - aber ich habe zugegriffen. Abwarten und immer wieder mal schauen, wäre klüger gewesen.