Beiträge von Der König aller Winde

    Den Text zu Tattoo fand ich auf den ersten Blick auch etwas platt. Aber bei genauerer Betrachtung könnte es da schon auch eine zweite Bedeutungsebene geben. Man könnte das Tätowieren auch als Metapher für das schmerzvolle "Einschreiben" des Erlebten in die Persönlichkeit des lyrischen Ichs verstehen bzw. als schmerzvollen Verarbeitungsprozess des künstlerischen Niederschreibens der Geschichten, die er mit sich herumträgt....

    Da es ja bald wieder los geht kann man vlt. dieses Thema nochmal ausgraben...


    • Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?
    • Reise, Reise
    • Links 2 3 4
    • Du hast
    • Mann gegen Mann
    • Weißes Fleisch
    • Waidmanns Heil
    • Heirate mich
    • Feuer und Wasser
    • Los
    • Bück dich
    • Ich will
    • Rosenrot
    • Zerstören ......................Pause
    • Der Meister
    • Keine Lust
    • Laichzeit
    • Stripped
    • Stirb nicht vor mir

    Da ja bereits ausgiebig mit zwei unterschiedlichen Best-of-Setlisten getourt wurde könnte ich mir folgende Varianten vorstellen:



    • Es wird eine Retro-Tour wo überwiegend alte Herzeleid / Sehnsucht Lieder gespielt werden. Dazu würde passen dass bei den letzten Tourneen die Herzeleid-Klassiker meiner Meinung nach besonders gut angekommen sind und ja auch die Show etwas reduziert werden soll (passt zur eher puristischen Musik). Dagegen spricht, dass von den Mig2-Proben berichtet wurde (wenn ich mich richtig erinnere), dass Songs wie Heirate mich und Bestrafe mich wieder rausgeflogen waren aus dem Programm.
    • Es wird endlich eine Tour zu Rosenrot nachgeholt. Das wär mal was.
    • Es wird was ganz anderes (unplugged o.ä.)
    • Es werden z.T. neue unveröffentlichte Songs präsentiert.


    Das es jetzt "schon wieder" eine Tour mit bunt gemischter Setlist der typischen Singles / Gassenhauer wird glaube ich eher nicht bzw. fände ich auch nicht so spannend.


    Wunschkonzert:


    Herzeleid: WIDBIFS, Weißes Fleisch, Seemann, Herzeleid, Der Meister, Laichzeit


    Sehnsucht: Du hast


    Mutter: Ich will


    Reise, Reise: Reise, Reise, Los, Moskau


    Rosenrot: Ein Lied, Zerstören, Wo bist du?, Feuer und Wasser, Stirb nicht vor mir, Rosenrot
    LIFAD: Waidmanns Heil, B********


    Sonstiges: Stripped


    Also Mischung aus Rosenrot und Herzeleid wäre super.

    1. Wo bist du? (Nachdem in letzter Zeit eher harte und epische Opener wie Rammlied, Sonne und ITDW zum Zuge kamen, wäre es mal erfrischend anders, wenn Flake auf einer verlassenen Bühne diesen melancholischen Song als Opener anstimmt.)


    2. Weißes Fleisch (Das Intro würde einen perfekten Übergang mit dem Ausklang von Wo bist du bilden!)


    3. B********


    4. Ich will (Würde ich gerne mal früher hören, da es am Ende immer die Spannung nimmt wenn man eh schon weiß dass sie wahrscheinlich gleich noch Ich will, Sonne und so weiter spielen.)


    5. Zerstören (Wie der Titel ja schon vermuten lässt gut geeignet um den 2. Vorhang zu zerstören.)


    6. Waidmanns Heil (Muss unbedingt wieder auf die Bühne.)


    7. Wilder Wein


    8. Reise, Reise


    9. Links 2 3 4


    10. Rosenrot (Mit Rosenblättern statt Amerika-Schnipseln und möglichst ohne Verspieler)


    11. Du hast (Wie gehabt.)


    12. Tier


    13. Laichzeit (Viel viel besser als Pussy!)


    14. Sonne


    14. Feuer und Wasser (Fontäneneffekte wären mal was Neues.)


    15. Haifisch (mit Boot)


    PAUSE


    16. Morgenstern oder Hilf mir


    17. Wollt ihr das Bett in Flammen sehen? (Bitte nie wieder aus der Setlist streichen!)


    18. Stripped


    19. Te quiero puta (Flake singt den weiblichen Part)


    20. Ein Lied (Im Hintergrund auf einer Leinwand die imposantesten Momente aus der Live-Geschichte der Band in einem Schwarz-Weiß-Film)


    Und nun Kopfkino: Danach Verbeubung und Verabschiedung. Till geht nochmal zum Mikro, alle denken er will sich verabschieden. Statt etwas zu sagen starrt er jedoch schweigend ins Publikum während sich im Hintergrund das Licht heruntergefahren wird und von einem weichen Blau in ein eher hartes Rot übergeht. Nach ca. 30 Sekunden schreit Till "Lauft!" und die Riffs des letzten Songs setzten ein:


    21. Der Meister

    Meiner Meinung nach hat Rammstein 4 stärkere und 2 (etwas) schwächere Alben. Zunächst die starken:


    Reise, Reise und Rosenrot:


    Mit diesen beiden Alben gab es die größte Entwicklung, sowohl musikalisch (weniger elektronisch, sehr stark ausgesungene Refrains, ruhigere Stimmung, insgesamt mehr Reife) als auch textlich (mit diversen Anlehnungen an die Romantik und neuen Themen die angesprochen werden). Beide Alben kann mann auch ohne Durchhänger von A-Z durchhören finde ich.


    Herzeleid und Sehnsucht:


    Sehr eingängige Riffs (daher für mich die besten Live-Alben, auf Platte hapert es bei manchen Songs noch am Gesang, bei Sehnsucht z.T auch am Keyboard, für Erstlingswerke aber verzeihbar) gepaart mit sehr doppeldeutigen, oft ins surreale abdriftenden Texten. Herzeleid ist brachialer, dafür gabs auf Sehnsucht die ersten "gesungenen" Refrains. Die B-Seiten aus der Zeit sind auch sehr stark.


    Und leider etwas schwächer: Mutter und Lifad


    Bei Mutter klingen mir die Riffs zu metallisch und die Keyboards zu "anbiedernd". Außerdem sind die Texte (mit ein paar Ausnahmen) oft inhaltsleer. Manche Lieder wie Feuer Frei finde ich auch live ziemlich ausgelutscht. Lifad fängt mit Rammlied sehr stark an und wird danach leider manchmal peinlich. Die Texte sind gezwungen provokant ohne dabei die Mehrdeutigkeit der ersten beiden Alben zu erreichen und driften in Alltagssprache ab. Auch die Riffs sind eher abgehackt statt eingängig. Schön dagegen dass Experimentieren mit dem höheren Gesang. Beide Alben haben zwar starke Einzellieder (Links, Sonne, Ich will, Spieluhr, Rammlied, Waidmanns Heil, Haifisch, Roter Sand , Frühling in Paris) aber dazwischen gibt es viele Durchhänger und ein nicht ganz so stimmiges Gesamtbild.


    Allerdings wechselt da mein Geschmack auch nach Lust und Laune, kann auch gerne mal eine Zeit lang nur Lifad hören...

    Da sich eh keiner mehr an die Vorgabe aus dem Eingangsposting hält mach ich das mal auf meine Weise:


    Musikalisches Best-Of:


    Rammlied, B********, Liese, Du hast, Reise, Reise , Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?, Waidmanns Heil, Zerstören, Spieluhr, Frühling in Paris, Spring


    Best-Of Texte:


    Reise, Reise, Stein um Stein, Dalai Lama, Amour, Feuer und Wasser, Mann gegen Mann, Mutter, Seemann, Stirb nicht vor mir (Demo), Heirate mich, Sehnsucht


    Best of live:


    Rammlied, Weißes Fleisch, Wollt ihr das Bett in Flammen sehen? Waidmanns Heil, Wilder Wein, Seemann, Laichzeit, Du hast, Sonne, Te quiero puta (potenziell: Zerstören, Feuer und Wasser)

    Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass nur die Singles gespielt werden. Denn auf fast jedem Album gibt es andere Songs, die entweder beliebter als die Singles dazu sind oder "charakteristischer" für das Album (z.B. bei Herzeleid Asche zu Asche, Weißes Fleisch, Heirate mich, Laichzeit, WIDBIFS; oder Bück dich und Sehnsucht beim gleichnamigen Album; ebenso Reise, Reise. Auch Benzin ist nicht typisch Rosenrot finde ich. Wenn sie wirklich die Essenz ihres Schaffens auf die Bühne bringen wollen, wie es ja beworben wird, müssten dann eher mal Songs wie Spring oder Feuer und Wasser kommen. Bei Lifad ist es im Prinzip das gleiche mit Waidmanns Heil, was ja ebenfalls super gut angekommen ist.)


    Vor allem hoffe ich, dass nicht schon wieder das gleiche Grundgerüst an Songs wie bei den letzten Touren gespielt wird. Das fällt mir vor allem bei Mutter auf: Immer nur Sonne, Links 234, Ich will und Feuer Frei wird auf Dauer langweilig...

    Wunsch-Best-of:


    CD1:


    Herzeleid: Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?, Weißes Fleisch, Asche zu Asche, Laichzeit, Seemann (neu eingesungen)


    Sehnsucht: Sehnsucht, Engel, Du hast, Bück dich, Spiel mit mir / Eifersucht


    Mutter: Links 2 3 4, Sonne, Ich will, Mutter


    + Wilder Wein, Stripped



    CD2:


    Reise, Reise: Reise, Reise, Keine Lust, Stein um Stein, Amour


    Rosenrot: Mann gegen Mann, Rosenrot, Spring, Stirb nicht vor mir (deutsche Version)


    LIFAD: Rammlied, Waidmanns Heil, Haifisch, LIFAD


    + 2 neue Lieder

    1. Rammlied: sehr guter Spannungsaufbau, treibende Riffs, gute Keyboard-Sequenzen. Der Text ist mal auf ganz andere Art und Weise provokant, um nicht zu sagen anmaßend ("Wir nehmen wenig, geben viel" , "Leiht euer Ohr einer Legende"). Nur die pseudointellektuelle Zeile "Sinn und Form bekommt Verstand" ist absoluter Nonsense. Interessant ist auch, wie sich der Ton gegenüber den Fans seit dem letzten Fanlied (Ein Lied) gewandelt hat. Statt "Immer wenn ihr traurig seid spielen wir für euch" heißt es nun patzig "Schalte ein." ... Als Opener aber sehr gut geeignet und mit das beste Lied der Platte. 10/10


    2. Ich tuh dir weh: Gutes Intro, Refrain schön ausgesungen, aber das wars auch schon. "Schade um die Noten", um Rammstein aus besseren Zeiten zu zitieren. Textlich der bisherige absolute Tiefpunkt. Die Strophen werden lustlos vorgetragen (wo ist der gepresste Sprechgesang aus Sehnsucht-Zeiten?) und strotzen vor Belanglosigkeit. Wo früher surrealistische Bilder waren ist anscheinend nur noch Sensationslust geblieben. Auf Sehnsucht gabs ähnlich harte Lieder, aber die hatten Tiefgang. Das kann man hier leider nicht behaupten. Wenn man schon Bilder wie "Stacheldraht im Harnkanal" bemühen muss, hätte man das als Aufhänger nehmen können, um die Sensationslust wie sie in Filmen wie der Saw-Reihe gipfelt anzuprangern. Stattdessen erschöpft sich Rammstein hier voll und ganz in dieser Situationslust. Wo ist hier der gesellschaftskritische Biss geblieben? 5/10 für das gute Intro und die Refrain-Melodie. Die Liveshow ist mehr als albern...


    3. Waidmanns Heil: Text altbekannt, aber gut. Eines der wenigen Lieder, bei denen Till lyrische Ambitionen erkennen lässt statt in Alltagssprache abzudriften (bezeichnend, dass ausgerechnet dieser Text zum Großteil schon länger besteht). Sehr treibende Riffs und tolles Schlagzeug, der Refrain klingt ein wenig holprig. Live nochmal besser als auf CD. 9/10


    4. Haifisch: Musikalisch toll (ich mag die Depeche Mode Anleihen), wieder mal ein schön ausgesungener Refrain, der auch textlich überzeugt, aber dann total belanglose Strophen..... Es gibt nun mittlerweile so viele Lieder, die sich auf die Band beziehen oder zumindest in dieser Richtung interpretiert werden können (Rammstein, Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?, Links 2 3 4, Ich will, Feuer frei, Los, Stein um Stein, Ein Lied, Rammlied....). Insofern absolut überflüssig. Dabei hätte man zu diesem Refrain alles mögliche schreiben können. Aber irgendwie scheinen Till so langsam die Themen ausgehen zu wollen... 7/10 für Melodie, Refrain, und das Video


    5. B********: Zur Abwechslung mal was Innovatives. Geniales Intro, dass an Herzeleid-Zeiten erinnert, sehr hartes Riff und düsterer Text. Aber das beste an dem Song sind die Bläser. Sollte meiner Meinung nach direkt nach dem Opener Rammlied kommen. Ein Punkt Abzug, weil ich gesungene Refrains besser finde, das Geschrei nutzt sich schnell ab. 9/10


    6. Frühlung in Paris: Fängt gut an, lässt aber stark nach. Als der französische Rerfrain angekündigt wurde war ich auf dieses Lied mit am meisten gespannt. Einzelne Zeilen haben durchaus Potential ("Wenn ich ihre Haut verließ / Der Frühling blutet in Paris") und der Gesang ist nicht so schwerfällig wie in früheren Balladen. Aber warum diese guten Ansätze wiederum an ein derart belangloses Thema verschenken? (Zumal das Thema mit Moskau schon besser rübergebracht wurde). Damit haben die Jungs das Potential zu einer der besten Balladen durch den beknackten Text vollkommen verschenkt. So leider eine der schlechteren... 6/10


    7. Wiener Blut: Noch so ein Lied, dass nicht Fisch, nicht Fleisch ist und nur halb überzeugt. Gute Keyboardsequenzen, dafür total unmelodische Riffs. Das klingt auf Sehnsucht besser. Die Strophen haben Höhen und Tiefen. Sehr zynisch finde ich es jedoch, dass Publikum erst zu fragen, ob es soweit ist und bereit ist für den Schocker. Anscheinend hat Rammstein doch noch etwas Humor. Textlich deutlich besser als Ich tuh dir weh, da die drastischen Bilder sich hier nicht selbst genügen, sondern die bürgerliche Idylle dekonstruieren ("Willkommen in der Wirklichkeit" / "Seid ihr bereit? Seid ihr soweit?"). 7-8/10


    8. Pussy: Ein paar ganz witzige Zeilen ("Blitzkrieg mit dem Fleischgewehr") und ein sehr durchgeknallter Refrain, dass wars dann aber auch. Musikalisch gefällt mir Te quiero puta! viel besser, das in die gleiche Kerbe schlägt (das mit den abgenutzen Themen hatten wir ja bereits...). 7/10


    9. Liebe ist für alle da: Textlich hart an der Grenze, aber musikalisch sehr gut - vor allem der sehr melodische Refrain. Nur die Strophen wirken aufgrund der wenigen Reime etwas abgehackt. Trotzdem eines der besseren auf dieser Platte. 9/10


    10. Mehr: Hier gefällt mir vor allem der langsame Part. Textlich sind die Strophen nicht gerade eine Offenbarung, eigentlich ist man von Rammstein ja subtilere Gesellschaftskritik gewohnt, aber bei diesem Album muss man sich anscheinend schon über plumpe Ansätze freuen... 8/10


    11. Roter Sand: Nachdem im Track zuvor ein altes Riff aufgewärmt wurde endlich mal wieder was innovatives. Sehr überzeugend, könnte aber etwas melodischer sein. Dennoch ein guter Abschluss. 8,5/10




    1. Führe mich: Textlich gut, musikalisch überzeugt mich nur die Bridge voll. Die Riffs sind sehr schleppend und der Gesang z.T. schief, der Text dafür einer der besseren auf der Platte. Hätte man auch auf CD1 platzieren können. 8/10


    2. Donaukinder: Hier überzeugen mich nur die ersten paar sehr gelungenen Zeilen, danach wirds schwach. Text und Melodie dümpeln ohne jegliche Wendung oder Doppeldeutigkeit vor sich hin. 7/10


    3. Halt: Absoluter Tiefpunkt der Platte. Schlechtester Rammstein-Text aller Zeiten... 2/10


    4. Roter Sand (Orchester Version): Gefällt! 8,5 /10


    5. Liese: Musikalisch das vielleicht stimmungsvollste, aber mir fehlt am Ende die Pointe oder Wendung in der Geschichte.


    Fazit: Liebe ist für alle da kann ich nur schwer einordnen. Herzeleid war brachial und roh, Sehnsucht elektronisch und am melodischsten, beide Alben waren gespickt von surrealen Phantasien. Reise, Reise und Rosenrot gehen musikalisch neue Wege, setzen auf Melancholie und Monumentales, haben sehr tiefgründige Texte. Mutter sehe ich dazwischen als Übergangsalbum mit Ansätzen beider Richtungen. LIFAD hat gute Anätze, aber imo nicht so einen charakteristischen Sound wie die anderen Alben. Das verbindende Glied scheint hier eher in den schwachen Texten zu liegen. Auf dem Album befinden sich einzelne sehr gute Lieder, aber nach einer so langen Pause war mehr zu erwarten. Positive Highlights sind Rammlied, die Bläser in B********, mit Abstrichen noch Roter Sand, LIFAD oder Waidmanns Heil.

    Inhaltlich passt das, ich hätte aber noch zwei Ergänzungen:


    "Vor dem Bett ein schwarzes Loch / Und hinein fällt jedes Schaf" --> Neben der Bedeutung die du beschrieben hast gibt es noch eine zweite Ebene: Das Schaf steht für den Gläubigen in der christlichen Gemeinde. Auf eben jene Schafe wartet vor dem Bett ein schwarzes Loch, was letztlich auf den Konflikt zwischen Religiosität und Sexualität anspielt (letztere wird als Bedrohung, als etwas Abgründiges erfahren).


    "Vater, Mutter, Kind" --> Hier beschreibt Till das konservative Familienideal so prägnant wie nur möglich. Das lyrische Ich bekommt dies von Klein auf schon im Spiel eingeimpft und kann deshalb seine offensichtlich homosexuellen Neigungen nicht offen ausleben. Stattdessen wendet es sich gegen die noch Schwächeren, was zum Kindesmissbrauch führt. Deshalb verstehe ich das Lied als Appell gegen sexuelle Intoleranz, da hierdurch erst Probleme wie Missbrauch etc. erwachsen.


    Interessant ist dabei, dass der weiße Traum durchaus auch für Unschuld stehen kann und die Baum-Metapher die Homosexualität aus der Sicht des Lyrischen Ichs als etwas natürliches darstellt, während die Gesellschaft (deren omipräsentes Gerede im Intro nachklingt) neben Vater, Mutter, Kind nichts akzeptiert.

    Sollte auch keine Kritik an deiner Person sein, mich hat lediglich die Interprtation inhaltlich nicht überzeugt. Und zwar nicht weil sie "falsch" wäre, sondern ich glaube, dass sie einen Aspekt des Textes vernachlässigt. Zur Erläuterung ein paar herausgegriffene Passagen:


    "Lass mich deine Tränen reiten übers Kinn nach Afrika" --> Ursprung der Tränen ist das Auge, ihr weg soll übers Kinn führen, also abwärts. Bis nach Afrika ist dabei metaphorisch zu verstehen (das bietet sich nicht nur durch die Form des Kontinents und seiner aus eurozentrischer Sicht südlichen Lage, sondern auch wegen seiner Aufladung mit postkolonialem Gedankengut an). Offensichtlich ist hier eine Beziehung zu bruch gegangen (daher auch die Tränen), das lyrische Ich wird aber von seiner (vorwiegend sexuellen) Sehnsucht heimgesucht und will sich darüber (über ihre Tränen)hinwegsetzen. Das zeigt sich direkt in der nächsten Zeile: "Wieder in den Schoß der Löwin wo ich einst zu Hause war". Das lyrische Ich stellt sich also vor, der Bewegung der Tränen seiner Ehemaligen über die Wangen und das Kinn zu folgen und setzt ihren Fluss in Gedanken bis in ihren Schoß fort. Mit der Löwin wird auch die Wildheit des Afrikamotivs wieder aufgegriffen, allerdings sollte mittlerweile klar sein, dass es um den Schoß, nicht den Kontinent geht. Dass die beiden vorher in einer Beziehung waren, leite ich daraus ab, dass er vorher in ihrem Schoß "zu Hause" war.


    "Zwischen deinen langen Beinen such den Schnee vom letzten Jahr / Doch es ist kein Schnee mehr da" --> Die Lust die er noch vor einem Jahr dort vorgefunden hat ist vergangen (Schnee steht durchaus für Vergänglichkeit).


    "Der große Vogel schiebt den Kopf sanft in sein Versteck zurück / Zwischen deinen langen Beinen sucht den Sand vom letzten Jahr / Doch es ist kein Sand mehr da" --> Das große Laufvögelchen möchte seinen Kopf in den afrikanischen Sandboden stecken (der aber nicht mehr da ist). Wenn man aber davon ausgeht, dass Afrika für den Schoß (auch als Wiege der Menschheit) steht, dürfte klar sein, dass der Vogel hier auch nur eine Metapher ist. Auch der Sand steht für eine gewisse Vergänglichkeit, er wird durch Wind aufgeweht,durch Wasser fortgespült, zerinnt zwischen den Fingern usw.


    Außerdem könnte ein Abgleich mit der ursprünglichen Version helfen. Dort hieß es "Zwischen deine langen Beine wünscht er sich ins ferne Land / Doch er findet keinen Sand". Hier wird noch besser deutlich, dass die räumliche Ebene metaphorisch zu verstehen ist.




    Auch meine Interpretation ist gewissermaßen inkonsistent, da ich mir mit ein bis zwei Passagen schwertue. Aber aufgrund der oben beschriebenen Stellen halte ich es für schlüssig, dass es in dem Lied um eine gescheiterte Beziehung geht, bei der das Verlangen auf Seiten des lyrischen Ichs wieder aufbricht.

    1. B********


    2. Ich will (wär toll den Song mal als Einheizer am Anfang zu hören statt nur gegen Ende)


    3. Waidmanns Heil


    4. Tier / Der Meister


    5. Wollt ihr das Bett in Flammen sehen?


    6. Feuer und Wasser (hier würd alles passen: Funken, Flammen, Fontänen,...)


    7. Du hast


    8. Spring


    9. Bück dich


    10. Mehr


    11. Sehnsucht


    12. Mann gegen Mann


    13. Rosenrot (Show wie bei Amerika, aber mit Rosenblättern statt Papierschnipseln)


    14. Wilder Wein


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    15. Eifersucht


    16. Reise, Reise (mit Bootsfahrt)


    17. Te quiero puta!


    18. Links 2 3 4 / Asche zu Asche


    19. Amour (vlt. mit abgeändertem Schluss)


    20. Zerstören (am Ende wird die Bühne "zerstört" und beim letzten Wort "Nacht" geht das Licht aus)


    Ausklang: Ein Lied

    Netter Ansatz, der aber leicht zu entkräften ist: Die Stelle "Dieser häutet sich vor leerem Hoden / Die alte Haut fällt auf den Boden" beschreibt ziemlich deutlich das Abstreifen eines Kondoms, und mit denen sollten sich eigentlich keine Krankheiten verbreiten...