Beiträge von AlteFrau

    »Light My Fire« von den Doors war die Nr. 1 in den Billboard-Charts, Anfang August 1967, als einer der besten Songs der 60er Jahre in den »Hot 100« auftauchte: nur akustische Gitarre und eine bis dato völlig unbekannte Sängerin mit rauher Stimme, dazu ein paar Streicher, mehr nicht. Aber was für ein Text! Wer diese Geschichte versteht und sich in die junge Ich-Erzählerin hineinversetzt, der wird das Stück nie vergessen. In den USA war es damals umstritten wie später die Texte von Rammstein bei uns, denn es handelt vom wirklich wahren Leben und Tod hinter der Fassade von God's Own Country. Bis heute ist es wohl der beste Song, der je zum Thema Suizid geschrieben wurde. Mir fiel es gerade wieder ein, weil darin auch diese Zeile vorkommt:

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    There was a virus goin' 'round, Papa caught it and he died last spring

    Es ist immer wieder aufschlußreich, sich die Instagram-Seiten all derer anzusehen, die am lautesten wider die Lustmolche krähen. Dieser

    »neue Feminismus« wurde allerdings massiv von den Medien gefördert: zu Beginn der 90er Jahre und noch größtenteils von Männern aus der 68er-Generation. Junge Frauen, so ward verkündet, seien jetzt »sexy« und »selbstbestimmt«. Sie wüßten genau, was sie wollen. Die Realität sah anders aus. Stichwort: Borderline. Ach! ich könnte endlos berichten, was ich damals beobachtet habe. Alles, was wir heute erleben, war vorauszusehen. Rammstein haben sich auf ihre Weise damit auseinandergesetzt, was kaum jemand wahrhaben wollte. Dafür seien sie gepriesen, wieder und immer wieder.

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    Vermutliches Szenario: Sie bricht heulend zusammen, erzählt ihm von erlittener Vergewaltigung und Demütigung durch eigenen Papa und dass sie sich doch einen wie ihn als Beschützer wünscht und sie ja totale Angst vor erneuter Gewalt hat.

    Bei ihr scheint es nicht einmal der Papa und noch nicht einmal das gewesen zu sein, was man vor #MeToo unter »Vergewaltigung« verstand, sondern ein Waldspaziergang, auf dem sie, damals 19, zu ihrem Begleiter, der ein paar Jahre älter war, nicht hat NEIN! sagen mögen. Dies zumindest erzählt sie hier. Als ich das hörte, mußt' ich sogleich an diverse Gespräche mit Frauen denken, die mir vorjammerten, sie hätten einen »Termin«, aber gar keine Lust auf das Treffen. Du warst ja nicht gezwungen, dich mit dem Kerl zu verabreden, war stets meine herzlose Antwort.

    Die Petition läuft schon seit über einem Jahr, richtete sich ursprünglich an die Universität Freiburg (siehe hier) und wäre außerhalb der Szene kaum jemandem bekannt, hätte die Studentin Jorinde Wiese ( »Lyrikerin und Mitglied der Grünen Jugend Freiburg«) den Wirbel um Oppars Gedicht nicht genutzt, um erneut Theaterdampf zu machen. Auch heute war sie wieder sehr fleißig, und zwar in ihrem Blog. Der Kampf gegen Herrn Dr. Dick & Co. scheint nun zu ihrem Lebensinhalt geworden zu sein. Dies ist gewiß kein Zuphall; denn SIE ist nicht minder sexbesessen als ER, aber noch viel narzißtischer und vor allem komplett humorlos. Die VULVA ist ihr Fetisch. Dies ganz gewiß nicht nur aus Gründen, die einer psychotherapeutischen Klärung bedürfen, sondern auch, weil es seit #MeToo die allerhöchste Mode ist. Hört euch mal dieses Liedchen an. Frauen, die etwas zu sagen haben, klangen schon immer anders.

    Seit dem 27. März höre und lese ich immer wieder, was ein alter weiser Mann mit diesen Worten in die Coronawelt hinausschickte:


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    Greetings to my fans and followers with gratitude for all your support and loyalty across the years. This is an unreleased song we recorded a while back that you might find interesting. Stay safe, stay observant and may God be with you. - Bob Dylan

    Es geht um den Mord an John F. Kennedy am 22. November 1963 und um vieles mehr, auch um die Popmusik. Ich habe all das als Zeitzeugin miterlebt und 2009 selbst ein Gedicht über jene Jahre geschrieben. Auch Bob Dylan spukt darin herum.

    Und hier ist des Meisters Klagelied (inkl. Text zum Mitlesen).

    Trotzdem oder jetzt erst recht: Frohe Ostern allerseits!

    Ach, nicht immer. Mittlerweile haben diese Damen durchaus selbst begriffen, dass Vergewaltigung ein schickes Karriere-Argument ist respektive ein Persilschein um jede noch so unverschämte Verhaltensweise zu rechtfertigen.

    Das sehe ich auch so, weil ich die neofeministische Szene schon seit bald 30 Jahren beobachte. Doch nicht minder abstoßend als deren Gezeter sind verbale Wutausbrüche wie der obige. Darum ging (und geht) es mir.

    Diese ganzen ungefickten und frigiden scheißfotzen haben sich auch bestimmt über den Hallomann aufgeregt. Man braucht halt immer etwas worüber man sich aufregen kann.

    Contenance, Contenance. Viele der besonders erbosten Frauen sind alles andere als »ungefickt«, sondern wurden oft sogar schon als Kind Opfer massiver sexueller Gewalt und fühlen sich durch alles, was sie daran erinnert, »getriggert«. Dies wiederum machen sich speziell Männer zunutze, die aus ganz anderen (und längst bekannten) Gründen etwas gegen Rammstein haben; und die Medien spielen das Spielchen mit. Rammsteinfans sollten so klug sein, sich nicht daran zu beteiligen. Mit Haßtiraden ist keinem gedient.

    Und nun gibt es auch, was zu erwarten war: den TAZ-Artikel zum Thema. Und damit ist die Causa Lindemann offiziell bei den Grünen angekommen, deren Chef Krimiautor war, bevor er beschloß, Politiker zu werden. Auch so manche unserer Feuilletonschreiber*innen träumen noch immer von einer Karriere als Schriftsteller*in. In den nächsten Tagen werden wir wohl noch von ihnen hören. Und so so mancher Ladenbesitzer oder Bibliothekar wird mit Leuten rechnen müssen, die ihn dazu auffordern werden, die Bücher von Till Lindemann oder gar alles von Rammstein aus ihrem Sortiment zu entfernen.

    Bei twi**er geht es eben auch schon steil. Allen voran "Lady Bitch Ray".


    Gezwitscherte Aufregung...

    Bei Twitter fing es an, mit mäßig bekannten Autorinnen und einem Autor; ein anderer Romanautor hat auffallend schnell den SWR3-Kommentar geschrieben, und nun tobt der politisch korrekte Mob. Weil ich dessen Treiben schon seit vielen Jahren kenne, warne ich noch einmal davor, diese Leute zu unterschätzen. Es werden immer mehr. Sie werden Rammstein zwar nichts anhaben können, doch es geht nicht nur um Rammstein und Till Lindemann, ja noch nicht einmal nur um die Kunstfreiheit. Sie wollen uns allen vorschreiben, was wir zu denken, ja sogar zu fühlen haben. Was jetzt noch vielen lächerlich erscheint, ist schon jetzt ein immenses politisches Problem: die neoreligiöse Raserei der ganz besonders Guten.

    Jaja... hat jmd was zu Wiener Blut mal gesagt, oder Mein Teil? Hallomann? Ja, sicher. Lyrisches Ich =/= Texter. Gähn.

    Ich nehme diese Sache ernster. Die neue Inquisition will erreichen, daß Tills Gedichtband vom Markt genommen wird. Till wurde nicht zufällig bereits mit Xavier Naidoo verglichen. Der Erfolg dieser Kampagne hat den Gegnern der Kunstfreiheit weiteren Auftrieb gegeben. Hast du genau gelesen und/oder gehört, was Schneewittchen oben verlinkt hat? Wir gehen Zeiten entgegen, die Umberto Eco in "Der Name der Rose" beschrieben hat. Willkommen im Twittelalter.

    Könnte auch Demenz behandeln. Oder das Altern selbst. Irgendwann liegt alles so weit zurück, dass es vergessen scheint und die Frage bleibt: Wozu das alles? Was mache ich hier?


    Wenn nun KI dazu kommt: das ist ja eine Lebensform, die im Grunde nicht geboren wird, sondern eben durch Programmierung eines Tages so da ist, wie sie ist. Die könnte sich ebenfalls diese Frage stellen.

    Ich denke aber, dass man das Video so dazu gedichtet hat, aber die Lyrics selbst eher das oben genannte als Ursprung hatten.

    Das mag sein. Es könnte jedoch auch sein, daß Till schon beim Schreiben des Textes an beides gedacht hat. So nämlich erging es mir beim ersten Hören. Vgl. hierzu auch die Lyrics von Mutter.

    Dieses Video ist gewiß nicht leicht konsumierbar. Doch das gleiche gilt für den Songtext. Aus dem spricht ein Wesen ohne Identität. Hat es sie verloren? Hat es vielleicht nie eine besessen? Und was könnte das mit KI zu tun haben?

    Darüber nachzudenken lohnt sich.