Beiträge von AlteFrau

    Der SWR2 hat am 21. August freundlicherweise ein schon einmal gesendetes halbstündiges Hörspiel über Till Lindemann wiederholt. Grundlage ist das Buch von Tills Vater; zu Wort kommt auch seine Mutter. Wer die Sendung verpaßt hat, kann sie hier herunterladen.


    WARNUNG: Es geht nicht um Rammstein, sondern um den jungen Till und seine Eltern und das Leben in der DDR. Die Sendung ist also nur etwas für ernsthaft Interessierte.

    Hallo Foristinnen & Foristen,


    wie euch allen schon aufgefallen ist, sind Rammstein in die Jahre gekommen. Ihre Bühnenshows sind spektakulärer denn je, aber ihre besten Songs haben sie vor langer Zeit geschrieben. Dies jedoch will ich nicht als Vorwurf verstanden wissen, sondern nur als eine Tatsache, die auch für die meisten anderen Rockbands gilt. Eines jedoch unterscheidet Rammstein von den meisten. Was sie geschaffen haben, ist so faszinierend, daß es schon in der Vergangenheit zahllose Künstler beeinflußt hat und immer mehr Künstler beeinflußt. Damit meine ich nicht all die vielen deutschsprachigen Bands, die Rammstein zu kopieren versuchen. Ich meine diejenigen, die sich von Rammstein inspirieren lassen, um Neues zu schaffen. Und diese Leute sind in aller Regel keine Rockmusiker, sondern Musiker aus der Klassik-Sparte, Theaterleute und Bildende Künstler. Ihnen soll dieser Thread gewidmet sein - und all den Rammsteinfans, die verstanden haben, daß Rammstein mehr waren und mehr sind als *geil geil geil*.


    Den Anlaß dafür, daß ich dies hier schreibe, bot letzte Woche die Eröffnung des MDR-Musiksommers. Sie stand ganz im Zeichen des 200. Geburtstags des Komponisten Richard Wagner , mit dessen Werk das von Rammstein oft und zu Recht verglichen wurde. Denn Rammstein haben, ohne daß es ihnen anfangs bewußt gewesen wäre, wie einst Richard Wagner mit ihrer Bühnenshow ein Gesamtkunstwerk geschaffen, worin Musik, Texte und Theater gleichermaßen wichtig sind. Wie Tim Renner schon vor fast 10 Jahren in diesem Buch berichtet hat, haben Klassik-Leute das als erste erkannt. Deshalb auch waren sich diese Leute nicht zu schade, schon frühzeitig mit Rammstein zusammenzuarbeiten; darunter auch Sven Helbig. Und genau dieser Sven Helbig hat nun, zusammen mit Apocalypticaund dem Choreographen und Tänzer Gregor Seyffert und vielen anderen, darunter Tänzer, Artisten, Sinfonieorchester und chor, das multimediale Gesamtkunstwerk


    WAGNER RELOADED - APOCALYPTICA MEETS WAGNER


    auf die Bühne gebracht. Wer an Rammstein mehr schätzt als nur das Laute und Provokative, der sollte sich den verlinkten Mitschnitt der Uraufführung voom 5. Juli 2013 unbedingt ansehen. Denn er kommt nicht nur musikalisch voll auf seine Kosten, sondern wird auch vieles andere entdecken, das nicht zufällig an Rammstein erinnert. Hier wurde zum erstenmal der Versuch unternommen, das Faszinierende an Wagner und Rammstein auf der Bühne zusammenzubringen, und: es ist geglückt. Am 6. Juli gab es noch eine Aufführung, und am 27. September wird es eine dritte geben, wiederum in der Arena Leipzig.


    Es ist abzusehen, daß es nicht dabei bleiben wird. Denn wie hier im Forum bereits zu lesen war, will Katharina Wagner, die Urenkelin des Komponisten und Leiterin der Bayreuther Wagnerfestspiele, ja schon lange mit Rammstein zusammenarbeiten. Ob es konkrete Pläne gibt, ist nicht bekannt. Aber es ist anzunehmen, daß Rammstein (die ja schon in den Zeiten von Feeling B mit der ostdeutschen Kunstszene zu tun hatten) ab 2014 immer öfter mit Künstlern aus der Klassik- und Theaterwelt kooperieren werden. Nicht nur die Single "Mein Herz brennt" ist ein Indiz dafür, sondern auch die von ihnen live aufgeführte neue Version dieses Stücks. Sie fordert vom Publikum etwas anderes als bisher, nämlich: still zu sein und zuzuhören. Ein weiteres Indiz ist auch der im Herbst erscheinende neue Gedichtband von Till, der gewiß nicht zufällig mit "In stillen Nächten" betitelt ist und damit an die Aufmerksamkeit seiner alten Fans appelliert - und an ein neues Publikum.


    Tja, liebe Leute: Rammstein werden älter, und sie sind klug genug, um das nicht zu ignorieren. Gerade deshalb kann von ihnen noch einiges erwartet werden - nur nicht das Gewohnte. Ein wichtiges Jahr wird das Jahr 2016 sein. Dann nämlich wird der Bildende Künstler Jonathan Meese in Bayreuth Wagner inszenieren. Auch er hat sich während seiner Performances schon öfter auf Rammstein bezogen. Vielleicht wird er das 2016 wieder tun. Ich jedenfalls kann mir gut vorstellen, daß hinter den Kulissen längst darüber verhandelt wurde und/oder noch verhandelt wird, ob und in welcher Form kooperiert werden kann. Was Gregor Seyffert, Apocalyptica & Co. jetzt in Leipzig gelungen ist, wird allerdings nur sehr schwer zu übertreffen sein. Gerade deshalb aber bin ich sehr gespannt, wie es künstlerisch mit Rammstein weitergeht. Sie werden uns noch alle überraschen. Und dann werden sich die Geister zwischen denen scheiden, die ihre Band so haben wollen, wie sie bisher war, und denen, die zusammen mit Rammstein ihren Horizont erweitern.

    Wenn Hymne von R+, dann SONNE. Ich höre das Stück immer zum Jahreswechsel, zusammen mit anderen feierlichen und kraftvollen Hymnen wie z.B. der Hymne der UdSSR, gesungen vom Chor der Schwarzmeerflotte, RULE BRITANNIA usw. Neue Rock-Hymnen kommen gelegentlich dazu. In diesem Jahr ist schon eine erschienen: CARPE DIEM von Der Bote.

    Ich bezweifle, dass der Mann, der mit voller Inbrunst Schwarz-braun ist die Haselnuss singt und der für die DVU das komplette Deutschlandlied eingesungen hat, nicht weiß, in welchem historischen Kontext dieser Ausspruch steht.


    Heino hat das Lied mit allen drei Strophen nicht für die DVU eingesungen, sondern im Auftrag der Landesregierung von Baden-Württemberg. Nachzulesen hier. Ihm vorzuwerfen, daß die DVU es mißbraucht hat, wäre genauso fragwürdig, wie wenn man Rammstein vorwürfe, daß einige ihrer Stücke von Nazis mißbraucht wurden und noch immer mißbraucht werden. Auch Songs von linken Bands wie Ton Steine Scherben sind in der rechten Szene sehr beliebt und werden dort gecovert. Im Prinzip nämlich gibt es weder 'linke' noch 'rechte', sondern nur gute oder schlechte Musik. Und seit es Lieder gibt, sind deren Texte schon immer den jeweiligen Zielen entsprechend verändert worden.


    Man mag Heino mögen oder nicht. Aber gerade Rammsteinfans sollten nicht über ihn urteilen, ohne sich eingehend mit ihm beschäftigt zu haben. Denn beiden wurde und wird im Prinzip seit Jahrzehnten genau das gleiche vorgeworfen: Deutschtümelei, rechtes Gedankengut, rechte Ästhetik, Geschäftemacherei durch gezielte Provokationen, dümmliche Interviews, prollige Fans; und Heino wie Rammstein müssen schon lange damit leben, daß manche Leute alles, was sie tun und sagen, gegen sie verwenden. Heino etwa wurde jüngst im Forum von Spiegel online allen Ernstes vorgeworfen, er trage ganz bewußt Schwarz und einen Totenkopfring, um auf diese Weise seine (angeblichen) Sympathien für die SS zu signalisieren. So etwas klingt in vielen Ohren ungemein intelligent und kritisch, zeugt aber nur von jener Mischung aus Böswilligkeit, Ignoranz und Niedertracht, die so gern als typisch deutsch bezeichnet wird. Doch es gibt sie überall. Nur ist sie hier in Deutschland angesichts unserer Geschichte ganz besonders widerlich - zumal dann, wenn sie von einem antifaschistischen Heiligenschein umgeben ist.


    Kurz: Rammsteinfans sollten aus der Geschichte ihrer Band gelernt haben, was zu lernen ist. Verdamme niemals, eh du ein Sach erkennet hast.

    Wer auf das zweite Album von DER BOTE gewartet hat, NDH-Alben sammelt oder auch nur mal wieder ein paar neue Deutschmetal-Stücke hören will, kann MORGENWELT ab heute bei allen großen legalen Download-Anbietern finden, hineinhören (kost't ja nix!) und herunterladen. Der Silberling mitsamt einem 16seitigen Booklet soll ab dem 8. Februar erhältlich sein.


    Wie oben schon erwähnt, habe ich die Scheibe bereits in voller Länge gehört, inzwischen diverse Male. Und je öfter ich sie höre, desto besser gefällt sie mir. Jedes der größtenteils in mittlerem bis langsamem Tempo gehaltenen Stücke hat seinen ganz speziellen Reiz, sogar für Leute wie mich, die während der 60er aufgewachsen sind und alles von ABBA bis Zappa hören, wenn es denn nur gut ist. Und MORGENWELT ist ein gelungenes Album voller unverwechselbarer Songs mit Ohrwurm-Qualitäten. Das gilt im großen und ganzen sogar für die Texte, die - anders als bei vielen NDH-Scheiben - erstaunlich gut zum jeweiligen musikalischen Geschehen passen.


    Obwohl ich das Glück hatte, die 14 Tracks der CD vorab zu bekommen, werde ich mir den Silberling kaufen.

    Seemann85 :


    Daß ein bettelarmer Punk namens Norbert Hähnel wg. Heino in den Knast gemußt habe, ist nichts als eine Legende, nachzulesen z.B. hier :

    Zitat

    Der „echte“ Heino erwirkte vor dem Landgericht Düsseldorf eine einstweilige Verfügung gegen Hähnel. Infolge dessen durfte Hähnel nicht mehr als „Heino“ auftreten und musste 10.000 DM Ordnungsgeld zahlen. Die Toten Hosen spielten ein Benefizkonzert, um das Ordnungsgeld und die Kosten für Hähnels Anwalt zu tragen. Hähnel nahm das Geld dankend an, weigerte sich aber, die Strafe zu zahlen und saß ersatzweise lieber Ordnungshaft ab.

    Er ging also um der Knete willen in den Knast.


    Im übrigen stimmt es auch nicht, daß Hähnel Heino gecovert habe. Tatsächlich hat er Heino nur parodiert. Allerdings wurde er nicht deshalb verklagt, also nicht aus Humorlosigkeit, sondern wegen unberechtigter Nutzung von Heinos Schallplattenaufnahmen und wegen diverser Begleitumstände, siehe hier.

    Zitat

    Die Plattenfirma sagte, solange sich die Geschichte um den „wahren Heino“ nur im üblichen Umfeld abgespielt hatte, sei es ihnen ja egal gewesen. Aber das er jetzt in Talkshows auftrat und auf Plakaten „die Toten Hosen und Heino“ stand, wodurch sogar Leute in die falschen Konzerte gingen, ginge zu weit.

    Der Artikel zeigt, daß Norbert Hähnel alles andere als der Held war, als der er von den meisten noch heute betrachtet wird, sondern letztlich nur ein Typ, der es (wie auch die Hosen selbst) verstanden hat, sich die weitverbreitete Abneigung gegen Heino zunutze zu machen und seine Karriere innerhalb der Szene darauf aufzubauen.

    Eifersucht :


    Anlehnungen wie die des Boten an Megaherz mögen dir "unfassbar dreist" erscheinen, sind aber typisch für die Rockmusik und im übrigen auch für die klassische Musik. Es lohnt sich also nicht, sich darüber aufzuregen. Entscheidend ist nur, ob das neu entstandene Musikstück für sich genommen etwas taugt oder nicht - und ob es sich um ein Plagiat handelt oder nicht. "Schuldig" ist definitiv kein Plagiat, so wie Till Lindemanns von anderen Autoren entlehnte Texte auch keine Plagiate sind.


    Im übrigen weiß ich nicht, was du mit deinem Beitrag bezweckt hast. Denn es war ja nicht von der alten Bote-CD die Rede, sondern von der neuen. Anhand der neuen Tracks sollte die Band, so wie sie heute ist, beurteilt werden. Ich habe auf der CD einige gute Stücke gefunden. Und ich glaube sogar, daß ihr mit dem Titelstück "Morgenwelt" ein Klassiker geglückt ist. Deshalb bin ich sehr gespannt darauf, wie speziell dieser Song von anderen beurteilt werden wird.

    Am 4. Februar 2013 ist es soweit: das lange angekündigte zweite Album von DER BOTE wird unter dem Titel MORGENWELT erscheinen. Die Tracklist ist:


    01 Intro
    02 Morgenwelt
    03 Herbstnacht
    04 Du oder ich
    05 Lebenslang
    06 Dreh dich nicht um
    07 Der Weg zum Erfolg
    08 Supernova
    09 Carpe diem
    10 Rosen
    11 Amok
    12 Nein (eleven)
    13 Outro
    14 Morgenwelt (Akustik-Version)


    Besetzung: Boris Delic (Stimme), Frank Itt (Keyboards, Bass), Victor Smolski (Gitarre), Daniel Behrmann (Gitarre), Ralf Gustke (Schlagzeug) sowie diverse Gastmusiker


    Ich kenne bereits das gesamte Album und kann schon jetzt verraten, daß es melodischer und abwechslungsreicher als das erste ist - und erfreulicherweise eigenständiger, wenn auch die Sangesart (wie nicht anders zu erwarten) stellenweise stark an Rammstein und manches andere an X oder Y erinnert. Den meisten werden also nicht alle Stücke gefallen. Die Bandbreite reicht vom kuschelweichen "Du oder ich" über das zynische "Lebenslang" (ein Metal-Rocker mit Kinderliedrefrain) bis hin zum brachialen "Der Weg zum Erfolg". Meine Favoriten sind einige der Songs dazwischen: "Herbstnacht", "Supernova", "Carpe diem" und vor allem das Titelstück. Dessen letzter Teil (Gitarrensolo und Refrain) ist in diesem offiziellen Teaser zu hören:



    Inoffizielle Mitschnitte aus dem bisher einzigen Bote-Konzert (6. Januar 2012, Pumpwerk Wilhelmshaven) sind bei YouTube zu finden.

    Manch ein Rammsteinfan hat es vielleicht schon mitbekommen: der Filmemacher Jan Tengeler hat sich zusammen mit dem neuseeländischen Musiker Hayden Chisholm auf eine musikalische Spurensuche in unserem Land begeben und dabei eine Volksmusik entdeckt, die nichts mit dem ekligen Zeug zu tun hat, das die meisten aus dem TV kennen; die aber um so mehr mit der Tradition zu tun hat, der auch Rammstein entstammen. Grund genug also für bildungshungrige (vor allem auch: selbst musikalisch aktive) Rammsteinfans, sich den Film SOUND OF HEIMAT anzusehen. Am 27. September 2012 kommt er in die Kinos. Viele Informationen bietet die Website zum Film.


    Im Film zu sehen sein wird auch Bobo alias Christiane Hebold, uns allen bekannt aus "Engel". Noch ein Grund also, den Film nicht zu verpassen.

    Meinen Nicknamen habe ich nicht nur aus Jux gewählt. Ich bin ein paar Jahre älter als Till Lindemann, habe die gesamteen 60er Jahre bewußt mitbekommen, seit 1978 in diversen Düsterbands gespielt und bin seit 1997 Rammsteinfan. Deshalb schalte ich mich nun mal eben in die Diskussion um Ost+Front ein. Also:


    Es handelt sich zweifellos um eine Rammsteinkopie. Jeder Song enthält Teile, die musikalisch auf das eine oder andere Stück des Originals oder sogar mehrere Stücke verweisen, und zwar so deutlich, daß es offenbar beabsichtigt ist. Außerdem orientiert sich der Sänger offensichtlich an Till Lindemann, und das Auftreten der Band spricht Bände. Ist sie deshalb schlecht?


    Ich sehe die Sache gelassen. Rammstein haben - so wie früher speziell die Beatles - aus sehr unterschiedlichen Elementen einen ganz eigenen und unverwechselbaren Stil geschaffen. Solche Künstler werden immer kopiert, und das ist erst einmal gar nicht als Ärgernis zu betrachten, sondern als eine Ehre für das Original. Ich halte Ost+Front für die bisher beste der mir bekannten Rammstein-Kopien. Warum?


    Anders als andere NDH-Bands haben Ost+Front nämlich begriffen, daß Rammstein nicht nur 'böse' sind, sondern auch sehr witzig, und daß sie nicht nur sehr laute Musik machen, sondern auch immer wieder Stücke, die so melodisch sind, daß man sie zur Akustikgitarre oder sogar ohne Begleitung singen kann. Schon durch ihre Melodien unterscheiden sich Ost+Front wohltuend von den meisten anderen NDH-Bands (zumal aus Westdeutschland), die nämlich - anders als viele ihrer Kollegen aus dem Osten - gar keine singbaren Melodien erfinden können und oft auch gar keinen Sinn für die spezielle Machart und den Witz der anspielungsreichen Rammsteintexte und der Musik von Rammstein haben.


    Ein Beispiel für das, was ich meine, ist "Ein alter Mann" von Ost+Front. Bei diesem Stück fiel mir sofort Johannes "Jopi" Heesters ein, aber eben nicht nur er oder andere alte Männer, die auf der Konzert- oder Theaterbühne bleiben, bis sie tot umfallen. Am Schluß des Stücks nämlich zitiert der Gitarrist ein Lied, das alle ehemaligen DDR-Bürger kennen und auch Westdeutsche kennen sollten. Es ist die einstige Nationalhymne der DDR: "Auferstanden aus Ruinen und der Zukunft zugewandt". Wer das erkennt, dem fällt dabei sogleich Erich Honecker ein. Das Lied handelt also auch von Politikern, die sich an ihre Macht klammern, bis sie allen verhaßt sind. Ein weiteres Beispiel ist das "Denkelied", eines der musikalisch besten Stücke der CD, das den Fall des Massenmörders Haarmann aufgreift, und zwar zu einer sehr schönen volksliedhaften Melodie. Um Ost+Front gerecht beurteilen zu können, muß man also - ganz so wie beim Original - genauer hinhören. Genug, daß Ost+Front (die derselben Szene entstammen wie R+) alles andere als musikalisch oder sprachlich untalentiert sind. Sie wollen halt ein Stück abhaben vom großen Kuchen, so wie all die Bands, die (wie die Beatles) sich 1966 bei den Beach Boys bedient haben oder 1967 "Sgt. Pepper" von den Beatles kopiert haben. Die dreisteste Kopie stammt von den Rolling Stones.


    Was mir an Ost+Front am meisten mißfällt, ist die Vermarktung dieser Band. Aber das ist eine andere Sache. Ich jedenfalls freue mich über ihre erste CD, weil sie den übrigen Rammstein-Klonen an Melodien weit überlegen ist und das hat, was den meisten NDH-Bands fehlt, nämlich jenen schwarze Humor, ohne den Rammstein nicht geworden wären, was sie sind: die beste und einflußreichste Band, die es jemals auf deutschem Boden gegeben hat.