Marilyn Manson

  • kurze korregazion

    oge dange

    wa alles

    Du weißt, ich kann das jetzt nicht so stehen lassen. Aber um das noch mal argumenativ anzugehen, selbst wenn Wood in allen Punkten ehrlich ist, bleibt ein Beigeschmack, dass man das in die Öffentlichkeit trägt, bevor eben die Rechtssprechung einem die nötige Beweiskraft mitgibt.

    Es ist ja nicht so, als würde es damit für das vermeintliche Opfer teilweise nicht noch schwerer. Zudem steht das Gericht schon zu Beginn unter Druck "das Richtige" zu tun.


    Viele dieser Frauen glauben leider, sie würden damit entfesseln, aber auch wenn du nur ironisch bist, bleibt doch eben genau dieser Eindruck.

    Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein


  • Du weißt, ich kann das jetzt nicht so stehen lassen. Aber um das noch mal argumenativ anzugehen, selbst wenn Wood in allen Punkten ehrlich ist, bleibt ein Beigeschmack, dass man das in die Öffentlichkeit trägt, bevor eben die Rechtssprechung einem die nötige Beweiskraft mitgibt.

    Es ist ja nicht so, als würde es damit für das vermeintliche Opfer teilweise nicht noch schwerer. Zudem steht das Gericht schon zu Beginn unter Druck "das Richtige" zu tun.


    Viele dieser Frauen glauben leider, sie würden damit entfesseln, aber auch wenn du nur ironisch bist, bleibt doch eben genau dieser Eindruck.

    Was?

  • Hell Mood Es bleibt heute ein Eindruck, dass man Frauen ganz allgemein, wie du schon sagst, nicht mehr recht glauben kann, wenn sie Missbrauchsvorwürfe anprangern, weil viel zu viel durcheinander geraten ist in der Debatte. Es wurde also nicht nut entfesselt, sondern auch abgestumpft mit dem Verhalten.

    Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein


  • Mal zur Einordnung der Vorwürfe. Diese gehen nicht nur von Wood, sondern von inzwischen 10 weiteren Frauen aus. Dazu kommen offensichtlich (juristische) Anklagen von zum Tatzeitpunkt Minderjährigen, die in der Öffentlichkeit anonym bleiben wollen. Bezüglich der psychischen Gewalt wurden die Erfahrungen teils in ellenlangen Texten präsentiert. Da ging es weniger um einen Dissenz, der einen im Kontext einer Liebesbeziehung belastet, sondern Sachen wie Schlafentzug, Freiheitsberaubung, Verabreichung von Drogen, Androhung von Gewalt gegenüber ihnen selbst und ihren Nächsten, das heimliche Aufzeichnen von Material für Erpressungszwecke usw. Wenn das alles stimmt, gibt es denke ich keinen Zweifel an der Definition von psychischer und physischer Gewalt. Dazu hat Wood schon vor knapp drei Jahren zu psychischem/physischem Missbrauch vor einem Ausschuss des Kongresses ausgesagt. In dem Kontext sind nicht die Vorwürfe neu, sondern die Nennung des Namens von Manson.

    Es ist in dem Kontext auch vollkommen natürlich, dass sich weitere Opfer im Windschatten von Wood an die Öffentlichkeit wenden. Manche von ihnen haben auch geschildert, warum sie sich vorher nicht getraut haben. Manson hat Einfluss, Geld, ein Anwaltsteam und eine fanatische Fanbase (ein Blick in einschlägige Foren und Social Media-Präsenzen reicht). Neben der Scham und Schuld, die viele Opfer empfinden, sind das durchaus Argumente Angst zu haben gegen ihn in den Ring zu steigen. Wenn nun jemand finanziell und juristisch mindestens die gleiche Gewichtsklasse auffährt, dann fühlt man sich eben auch ermächtigt. Wir erinnern uns ein Weinstein. Wobei hier die Voraussetzungen natürlich etwas anders gelagert sind. Hier dreht es sich um Taten innerhalb von Beziehungen.


    Inzwischen sind aber auch mehrere Zeugen aus dem Inner Circle an die Öffentlichkeit getreten und haben die Berichte bestätigt. Dazu gehören Wes Borland (zum Zeitpunkt der Beziehung mit Wood in der Band, auch bei ihm zuhause solche Sachen erlebt), Trent Reznor, Sara Lee Lucas (ehemaliger Drummer), Pogo (ehemaliger Keyboarder), Laney Chantal (Ex von ehemaligem Basser Twiggy Ramirez). Es steht ihnen in meinen Augen schlecht zu Gesicht sich so spät dazu zu äußern, aber so wie ich das System Hollywood/Musikindustrie in den USA verstehe, hält man lieber die Klappe, bevor niemand mehr mit einem zusammenarbeiten will.

  • Hell Mood Es bleibt heute ein Eindruck, dass man Frauen ganz allgemein, wie du schon sagst, nicht mehr recht glauben kann, wenn sie Missbrauchsvorwürfe anprangern, weil viel zu viel durcheinander geraten ist in der Debatte. Es wurde also nicht nut entfesselt, sondern auch abgestumpft mit dem Verhalten.

    Ich glaube das ist nur eine eingeschränkte Wahrnehmung bzw. verzerrte Sicht der Dinge. Schon vor zwei Jahren gab es den schönen Artikel hier zu dem Mythos der Falschbeschuldigung. Es ist nach wie vor Fakt, dass der überwiegende Teil von Übergriffen nicht angezeigt wird und von dem geringen Teil, der juristisch bearbeitet wird ein verschwindend geringer Prozentsatz auf Falschbehauptungen beruht. Den im Artikel beschriebenen Reflex kann man übrigens wie eine Blaupause auf die aktuelle Situation anwenden:

    https://www.sueddeutsche.de/ku…n-beschuldigung-1.4166540


    In dem Zusammenhang würde ich übrigens von Vergleichen mit Amber Heard und Co. absehen. Wenn man sich die Fälle anschaut sind sie wie Tag und Nacht. Die einzige Gemeinsamkeit ist die Prominenz der Beteiligten.

  • Ich rede gar nicht von Falschbeschuldigungen, sondern von Überreaktionen. Es gibt Frauen, die überzeugt angeben, dass schon ein anzüglicher Blick die erste Form von Übergriff ist. Allerdings bewegt man sich hier eben in einem subjektiven Bereich, für manch eine mag das schon unangenehm sein, eine andere würde sich nichts daraus machen oder es gar schmeichelhaft finden.

    Und es waren genau diese Wortmeldungen, die den Aufklärungsdrang von #metoo untergraben haben (Bevor du kommst, das wäre eine Minderheit auf Twitter gewesen. Das kann ja sein, aber #metoo spielte sich eben dort ab und damit hatte jeder die Möglichkeit seinen Stimme in diesen Topf zu werfen.)

    Auch eine Rose McGowan hat auf Dauer der Debatte nicht gut getan, da ihr regelmäßig neue Namen einfallen. Offensichtlich hat sie immer nur einen Typus gehabt.


    Den Vergleich zu Depp habe ich erklärt, Manson und er hatten die Chance, Frauen an der Seite zu haben, die offensichtlich keine Probleme mit ihnen hatten und sie haben es für Oberflächlichkeiten weggeworfen.

    Du bist, was Promiklatsch angeht, wohl besser auf Höhe der Zeit. Was ist denn mit Heard? War sie dieser verschwindend geringe Anteil an Falschbeschuldigung? Oder war sie selbst Schuld?


    Ich will Manson gar nicht mal so sehr verteidigen, immerhin war Wood minderjährig. Das hat ein Mann nicht nötig, wenn er halbwegs normal tickt.

    Allerdings finde ich die Vertragskündigung trotzdem falsch, seine Arbeit sollte für sich stehen und nicht vermischt werden mit der Privatperson. Denn das Problem daran ist, dass eine konsequente Umsetzung der Idee: "Wer privat was falsch macht, sollte auch nichts mehr veröffentlich dürfen", zu einem starken Einbruch in der Kulturszene führen würde. Es gab schon viele eklige Charaktere, die aber ihr Fach verstanden. Außerdem ist eine Verbannung eh nur Symbolpolitik.

    Geht ein Täter in den Knast für sein Handeln, wird ja automatisch sein Schaffen unterbrochen, da braucht die Plattenfirma sich nicht selbst zum Richter aufschwingen.

    Aber, weil eben Klienten weglaufen würden, wenn man nichts Öffentlichkeitswirksames macht, kann man durchaus die sog. Cancel Culture erwähnen. Es reicht halt nicht, die eigene Verbindung zum Täter zu kappen, man muss ihm jetzt auch wirtschaftlich gleich an den Kragen gehen.


    Eins bleibt übrigens noch im Raum, Frauen, die an den Falschen geraten und schlimmes erleben, verdienen auch jede Unterstützung. Frauen, die sich auf eine öffentliche Person wie Manson einlassen und dann schockiert sind, dass es ja gar nicht schön war, sollte man mit Vorsicht genießen, minderjährig hin oder her. Dass er anders ist, lag ja offen zu Tage und ein bisschen Verantwortungsgefühl für sich selbst kann man ja auch haben. Das ist auch keine Täter-Opfer-Umkehr, sondern die Aufforderung dazu, solche Taten auch selbst zu verhindern durch Skepsis. Wenn sich gleich so viele Frauen finden, mit denen Manson etwas hatte, dann waren die sicher auch nicht alle nur schockverliebt in den netten Brian, sondern hatten wohl auch andere Gründe.

    Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein


  • Was das Frolln von Teese angeht: Ich befürchte, es gibt einen extremen Unterschied im Wesen des Herrn M von 2005, und dem ab 2010. Der ist in der letzten Dekade erst so dermaßen abgerallt. Ich erinnere mich an EAT ME DRINK ME als fürchterlich verjammertes Album. Da hatte einer schwersten Liebeskummer. Ich denke, ähnlich wie bei dem anderen traurigen Oppar hat ihn irgendeine Dame vollkommen so zerledert, dass er seither....aber was soll das entschuldigen.

    Der Mann hat(te) einen erwiesenen IQ von 148. Einst. Das ist schlichtweg Genie-Level. Man kann den IQ mit der Zeit nicht mehr großartig steigern, er ist einem gegeben.

    Wohl aber ihn kaputtballern.

    Wenn man seine Platten textlich auswertet, merkt man grad ab 2009 aufwärts, es sind immer nur ein paar halb-pfiffige Wortspielereien die er aneinander pappt. Ich stelle mir das so vor, dass er sich durch sein Leben halluziniert, dabei seine "Cocaine and Abel"-Einfälle hat, das notiert, dann merkt er, oha, es muss Geld her, es muss ein Album her, naja, ein paar Wortspielchen sind ja da, die Sujets sind bei ihm eben immer die gleichen geblieben (große Themenwürfe wie Holy Wood sucht man ja vergebens in den letzten 10 Jahren), dann holt er sich die Musikkumpels die er kriegen kann. Ferdich is die Laube.


    Musikalisch ist und bleibt er es (evtl WEIL andere, "begabtere" mit ihm die Musik zusammen gestalten) dennoch wert. Es ist immer sehr geiler Blues-Rock mit Fremdeinflüssen.

  • Was das Frolln von Teese angeht: Ich befürchte, es gibt einen extremen Unterschied im Wesen des Herrn M von 2005, und dem ab 2010.

    Wir verändern uns ja alle.

    Aber worüber ich nachdenken musste, von Teese schreibt in ihrem Statement, dass sie sich von ihm getrennt habe wegen Untreue und Drogenmissbrauch. Vielleicht hat sie also sogar ähnliche Erfahrungen gemacht mit ihm, wie ihm vorgeworfen wird, aber nicht als solches für sich verstanden. Wenn jemand aus einer Beziehung kommt, in der sein Verhalten nicht so negativ aufgenommen wurde, ist irgendwie auch verständlich, dass er an anderer Stelle dann wieder kein Problem darin sieht.

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  • Es ist wie mit Oppar. Der scheint sich ja eher mittlerweile mit Weibern abzugeben, die seinen Lifestyle besser einordnen können. Also Porno-Branche.

    Und beide haben eines gemeinsam: 30 Jahre ohne großartig Kritik und Gegenwind. This is what happens, Larry.

  • Trotzdem erwarte ich genau so ein Problem bei Till früher oder später auch. Iwem wird schon einfallen, dass Till nicht immer eine Extrananfrage zum Sex gestellt hat und dann diskutieren wir hier wieder.

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  • Allerdings finde ich die Vertragskündigung trotzdem falsch, seine Arbeit sollte für sich stehen und nicht vermischt werden mit der Privatperson. Denn das Problem daran ist, dass eine konsequente Umsetzung der Idee: "Wer privat was falsch macht, sollte auch nichts mehr veröffentlich dürfen", zu einem starken Einbruch in der Kulturszene führen würde. Es gab schon viele eklige Charaktere, die aber ihr Fach verstanden. Außerdem ist eine Verbannung eh nur Symbolpolitik.

    Geht ein Täter in den Knast für sein Handeln, wird ja automatisch sein Schaffen unterbrochen, da braucht die Plattenfirma sich nicht selbst zum Richter aufschwingen.

    Aber, weil eben Klienten weglaufen würden, wenn man nichts Öffentlichkeitswirksames macht, kann man durchaus die sog. Cancel Culture erwähnen. Es reicht halt nicht, die eigene Verbindung zum Täter zu kappen, man muss ihm jetzt auch wirtschaftlich gleich an den Kragen gehen.

    Es ist ja kein Schaffens- oder Veröffentlichungsverbot. Die Plattenfirma macht sich nicht zum Richter, sondern entschied sich nicht mehr mit ihm zusammenzuarbeiten. Gerade jmd. wie er kann locker nach der ganzen Geschichte unabhängig veröffentlichen etc.
    Dennoch hat es bei Manson einen faden Beigeschmack. Denn die Vorwürfe kamen nicht aus dem Nichts, sondern waren mehr oder minder jahrelang ein offenes Geheimnis. Vielen dieser Firmen war das aber egal, dass es wohl oder übel zu nem Skandal kommen konnte und es war ihnen vermutlich egal, da er ja Geld bringt.
    Und zum Thema Cancel Culture muss man sagen, dass man das sehr individuell betrachten muss. Es ist verständlich, dass die Leute, wenn ein solcher Skandal aufkommt sich erstmals schwer tun mit den Künstler zu beschäftigen. Auch, dass man finanziell bestimmte Perosnen nicht unterstützen will, sobald man es weiß. Und da ist es logisch, dass man dann seine Haut retten will und sich demjenigen erledigt. Aber wie gesagt. Bei Manson ging das definitiv ein Risiko voraus.

    Dass er anders ist, lag ja offen zu Tage und ein bisschen Verantwortungsgefühl für sich selbst kann man ja auch haben.

    Naja aber es macht einen Unterschied, ob man jemanden vom Ruf kennt oder anfängt kennenzulernen. Und bei letzteren kann man erstmals ganz anders rüberkommen. Des Weiteren entsteht bei dem hohen ALtersunterschied bzw. eher durch das recht unerfahrene junge Alter eines beteiligten bereits eine komplizierte Power-Dynamik etc. Des Weiteren ändert besagte "Eigenverantwortung" nichts daran, was der Andere getan hat oder tut. Man wird niemals dafür verantwortlich sein, dass ein anderer einem etwas antut. Nie. Denn das ist letzten Endes deren Entscheidung, für das diese Person verantwortlich ist.

  • T(B)heron nein. manson hat eben nicht die finanzen und strukturen sich erfolgreich selbst zu vertreiben. es sei denn über digitalzeuch wo die kosten überschaubar bleiben. der hat erst letztens seine villa verkauft. es wird gründe geben warum er jedes 2. jahr zuverlässig ein album auf den markt schmeißt. er hat bisher auch recht gut von seinem eigenen image gelebt. wo immer er gebucht war, kam geld her. er hatte den status eines alten aber klugen liebgewonnenen schreckgespensts, dessen philosophiererei immer ganz gerne mal ins programm gepasst hat.


    jetzt wo er persona non grata ist, fallen so fernsehserien und tv auftritte auch weg. seine gemälde sind jetzt nur noch bemalte leinwand, ka für wieviel die überhaupt gingen am markt. wie will der sich und band bei seinen dann obendrein oft jämmerlichen liveauftritten noch selbst eine überseetour finanzieren? seine größte fanmasse sind auch heute alle um die ende 30 und drüber. die jugend kann der nur noch bruchteilhaft erreichen.


    man könnte meinen, er hat damit ja schon vor 20 jahren erfahrung gesammelt. nur... damals wurde seine person und musik "dank" columbine und der us-politik regelrecht gehyped und das hat er zu nutzen gewusst. UND er WAR "unschuldig".

    die medialen spielregeln haben sich geändert. hin zu orwell.

    man wird zur unperson. totgeschwiegen. abgestellt. ein gewisser donald trump kann das sehr gut bestätigen. außerdem ist er sich noch nicht im mindesten im klaren darüber, was nun für eine digitale hasswelle von "jungen aufgeklärten starken frauen" über ihn hereinbrechen wird. die sind um einiges gehässiger drauf als damals die besorgten christeneltern.


    abgesehen davon dass er auch nicht mehr die paua haben wird wie damals.


    was ein eventuelles oppar #metoo angeht:

    dann kenne ich so manchen solche sachen darf man über andere nicht sagen der mir dann ganz gepflegt ich darf es wieder nicht hinschreiben.

    aber jeder dürfte wissen, wen und was ich meine. :heartsmile:

  • T(B)heron


    Ich habe ein bisschen darüber nachgedacht. Natürlich bleibt der Handelnde der Täter, das sollte aber trotzdem kein Freifahrtschein für die Opfer sein. Wood war ja in einer On-Off Beziehung mit ihm. Wenn man merkt, dass man in einem, wie es heute heißt, toxischen Verhältnis steht, sollte eine Trennung ja reichen.

    Aber auch gerade Weinstein hat gezeigt, dass Frauen teilweise für ihren Vorteil auch einiges mit sich machen lassen, bevor sie sich wehren.

    Und geht es in #metoo nicht auch darum, die Sinne der Frauen zu schärfen und nicht nur darum, sich am Ende nur als Opfer melden zu dürfen?


    Es fällt halt auf, dass es gerade in diesen oberen Schichten zu solchen Exzessen kommt. Das liegt sicher nicht nur daran, dass man eben als berühmter Menschn viele kennt, sondern auch entsprechend Angebote bekommt. Wie Bihac über Till sagte, nahezu jede will mit ihm schlafen. Das ist zwar sicher eine überzogene Darstellung, aber nicht ganz falsch. Auch Trump meinte ja mal, als Reicher darf er den Frauen zwischen die Beine fassen. Die Männer sind zwar die Täter, aber die Frauen suhlen sich manchmal auch ein bisschen zu sehr in der Opferrolle. Etwas kritisch darf man das schon sehen, sonst entsteht da ein Ungleichgewicht in der Wahrnehmung. Gute Frau, böser Mann.

    Wie gesagt, ich würde solche Vorkommnisse auch nicht mit denen im Privaten gleichsetzen. Da haben viele Frauen ganz andere Ausgangslagen und oft noch weniger Möglichkeiten zu entkommen.


    PS.: Den Manager ist er nun auch los.

    Wenn sich MM nun etwas antun würde, was wäre dann die passende Reaktion?

    Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein


    Einmal editiert, zuletzt von Diaboula ()

  • Diaboula Die Sache war da eher komplizierter für Wood. Oder auch allgemein, wenn man sich in einer derartigen Beziehung befindet. In den vergangen Jahren hat die Frau ja öfters über ihre Erfahrung geredet. Sei es in Interviews oder auch zB. in ihrerAussage im April 2019 vor dem kalifornischen Senat, wo es um die Verlängerung der Verjährungsfrist für häusliche Gewalt ging. Opfer brauchen meist sehr viel Zeit und Abstand erstmals mit dem was ihnen wiederfahren ist klarzuwerden. Oft wird ihnen Mitschuld seitens des Täters eingeredet etc. Und eine schnelle Trennung ist schwer möglich. Manson soll ja auch bei Trennungsphasen sich geschnitten und mit zB. Selbstmord gedroht haben etc. Und da kommt noch die Komponente ins Spiel das selbst toxische Beziehung auch diese Wohlfühl- bzw. Normalphasen haben, wo man schnell sich einredet, dass es gut läuft. Allgemein keine so einfache Geschichte.
    Sie soll ja selbst auch Jahre gebraucht und auch Therapie um offen mit der Sache umgehen zu können.

    Bei #MeToo geht es nicht direkt darum die Sinne der Frauen zu schärfen, sondern in allererster Hinsicht um das Aufzeigen eines gesellschaftlichen Problems. Es geht wenn dann eher darum die Sinne der Gesellschaft allgemein zu schärfen und Strukturen abzuschwächen die Täter schützen etc. Dabei ist auch das Geschlecht der beteiligten eigtl. nebensächlich. Es geht auch allgemein eher um mehr Empathie. Es ist wie gesagt ein schwieriges Thema.

    Und zu Exzessen. Da muss man ein bisschen trennen. Rockstars bzw. Stars schnell mal eine eine Idolstellung ein. Da haben grad jüngere Menschen eine etwas verdrehte Sicht. Oder sie werden angehimmelt. Ist eigtl. auch nicht schlimm. Auch wenn es dann zu Einvernehmlichkeiten kommt, solange niemanden geschadet wird. Geschichten wie Weinstein oder Trump sind dagegen schon etwas komplizierter, da da mehr Macht und Angst eine Rolle spielt. Jmd. wie Trump findet es ok ner Dame einfach so in den Schritt zu fassen, da er weiß/denkt, dass er in der besseren Position befindet.

    Ich kann ja nachvollziehen, dass man auf den ersten Blick ein Ungleichgewicht fühlt, da sich zu entwickeln droht. Oder wenn man es genauer betrachtet auch ein Rückschwung, nachdem das Ungleichgewicht eher andersrum hing. So manche zweifelhafte Geschichte hatte ja auch nicht sehr geholfen. An sich ist aber die Entwicklung wie gesagt eigtl. eine eher positive. Es geht ja auch in erster Linie darum Opfer ernst zu nehmen, Glauben schenken und nicht gleich abzulehnen. Etwas kritisch sein, ist da auch richtig.

    Wenn sich MM nun etwas antun würde, was wäre dann die passende Reaktion?

    Ich denke Bedauern ist angebracht. Niemand verdient den Tod. Jedoch von vorschnellen Schuldzuweisungen eines Selbstmordversuchs absehen. Es ist ein kompliziertes Thema. Aber ich würde auch nicht gleich vom schlimmsten ausgehen.

  • Was T(B)heron sagt. Es gibt keinen "Freifahrtschein" für Opfer. Die Aussage hört sich so an, als hättest du selber (zum Glück) keine toxische Beziehung erlebt, sonst würdest du nicht sagen, dass eine "Trennung ja reichen" sollte. Das ist nicht einfach und vielen Fällen so gut wie unmöglich. Mir fallen allein aus dem Stegreif zwei Personen ein, die ich persönlich kenne, die eine ähnliche Geschichte vorzuweisen haben. Eine psychische Abhängigkeit erfolgt dabei nicht nur allein auf Basis eines Machtgefälles. Man muss dafür nicht prominent sein. Narzissten schaffen es spielend leicht einen Menschen glauben zu lassen, dass man etwas besonderes sei und das was man im Inneren fühlt echt Liebe ist.


    Auch die Geschichte mit Weinstein stimmt so einfach nicht. Keine Frau hat sich von ihm missbrauchen lassen, weil sie etwas von ihm wollte, sondern weil er sie dazu genötigt hatte. Glaubst du sie haben sich teils traumatisieren lassen, um eine bestimmte Rolle zu bekommen? Wenn du dir die bekannten Fälle anschaust zerfällt das Argument des Vorteils von vorne bis hinten: Es gibt nicht eine einzige Person im Kontext von R. Kelly, Bill Cosby, Harvey Weinstein, Donald Trump oder im aktuellen Fall Marilyn Manson, die aus einem plötzlichen "Fame" schöpfen oder reich geworden ist. In dem Zusammenhang würde ich auch diesen Artikel empfehlen, der gut zusammenfasst, was man in den letzten Tagen oft gehört hat und recht nüchtern dekonstruiert wird: https://www.loudersound.com/fe…w-J5RQlZL-1XFBh6aWZIpQwwE


    Zu #metoo wurde auch schon gesagt, worum es eigentlich geht. Zusätzlich sei noch anzumerken, dass dazu aber natürlich gehört sich zu trauen Täter zu benennen. Siehe die Begründungen warum sich manche erst Jahre später melden. Wenn man es genau nimmt, tritt man aus der Rolle des Opfers heraus, um aktiv gegen den Täter vorzugehen.


    Auch das mit den oberen Schichten stimmt nicht. Der absolut überwiegende Teil an Missbrauch geschieht durch Otto Normalverbraucher mit einem Look wie der lokale Busfahrer. Und es wird etwas verwechselt: Wir reden hier nicht von Aftershow-Geschichten, die natürlich auch grenzwertig waren, der sich aber vermutlich jede größere Band haben zuschulden kommen lassen. Es handelt sich um Beziehungen, die teils über Jahre gingen und rein garnichts mit dem "Rockstar" Manson zutun hatten. Wenn du dir die Berichte durchliest, dann siehst du, dass es immer das gleiche Muster war: Love Bombing, man sei ein missverstandener armer Mann, man habe noch nie jemanden getroffen, der so zu einem passe usw. Sie werden eingelullt und dann Stück für Stück in die Abhängigkeit geführt, bis sie nicht mehr wissen was richtig oder falsch ist. Dazu kommen natürlich Geschichten wie die nicht geladene Knarre am Kopf von Stylisten usw. In dem Zusammenhang würde ich gerne wissen wie man sich in einer "Opferrolle suhlt", wenn man teilweise sogar nachweislich eine posttraumatische Belastungsstörung davongetragen hat. Wenn man das weiß: Inwieweit sind diese Ereignisse nicht "privat", wenn sie erst im Nachgang ans Tageslicht kommen oder eventuell sogar nie? Man darf kritisch sein, aber niemals in Sachen verfallen wie "sollen sie halt aufpassen", "sie wollen nur was dafür" usw. Das ist gelinde gesagt einfach ein verbaler Schlag ins Gesicht von Opfern.


    Und Manson verdient nicht den Tod. Er sollte in Therapie und in den Entzug. Es ist auch verständlich, dass sein Manager nun nach 25 Jahren das Handtuch wirft. Man darf zu 100% bezweifeln, dass insbesondere er nichts von den Sachen wusste. Deswegen hat er sich nicht mit Ruhm bekleckert, aber nun kann er den Vertrag auflösen ohne Konsequenzen zu fürchten. Ein moralisch eher schwacher Move, wenn man die gemeinsame Geschichte betrachtet, aber was ist die Alternative? Er ist nicht seine Nanny.

  • Von Berühmtwerden war doch noch gar nicht die Rede. Es ging doch eher darum, dass es eben DER Till, DER Bill oder DER Marilyn ist, dem man mal einen geblasen hat und nicht dem vllt netteren Nachbarsjungen, der erbbedingt Haarausfall hat und daher auch optisch nicht so überzeugt.

    Viele (! nicht alle) lechzen danach, etwas Besonderes im Leben zu tun und wenn es dann eben Manson ist, der dir sagt, noch nie so eine wie dich kennengelernt zu haben, wirkt das sicher extra. Daher ist es eig egal, ob man von Backstagepartys redet oder Beziehungen, die nicht öffentlich werden.


    Um das noch mal klarzustellen, es geht nicht darum, das, was Manson womöglich getan hat, schönzureden, sondern darum, ob Frauen nicht auch in der Verantwortung stehen, sich hin und wieder zu fragen, warum sie mit jemanden zusammen sind. Ist es, weil er so attraktiv ist? Weil er reich oder berühmt ist? Oder weil er das Gefühl vermittelt für mich da zu sein?

    Eine Beziehung, die von extremen Tiefen wie Gewaltandrohung zu überschwenglicher Glückseligkeit, die bis in Verlobung mündet, lebt, sollte öfter auf dem Prüfstand stehen. Für diese Opfer mag das zu spät kommen, aber generell ist das eine Empfehlung für jeden, damit er eben keine PTBS entwickelt.

    Denn, wie auch diese Pandemie zeigt, darauf zu hoffen, der andere wäre aufmerksam genug Abstand zu halten, ist vergebene Liebesmüh. Wenn du geschützt sein willst, achtest du besser selbst auf dich. Ja, #metoo soll den Männern zeigen, dass ihr Verhalten unangebracht ist. Bis jedoch auch der Letzte, wenn überhaupt, das je gerafft hat, sollte man lieber auf sich achtgeben.

    Lässt sich leichter sagen als es ist, trotzdem ist auch ein Stück Charakter, den man sich eben erarbeiten muss und das kann eig nur so erfolgen, indem man es benennt. Tatsächlich kenne ich Frauen, die zwar keine toxische Beziehung haben, soweit ich das sehe, aber von ihren Männern auch mit so einer "Lass mal gut sein, Mäuschen, davon verstehst du jetzt nichts"-Attitüde behandelt werden. Denen würde ich auch gerne helfen und sagen, dass es so nicht sein muss und wohl auch nicht sollte.

    Ähnlich verhält es nicht doch mit dem Mut darüber zu sprechen. Zu lernen, dass man sich meldet, wenn man falsch behandelt wurde, versucht man jetzt zu vermitteln. Doch die Scham entseht ja teilweise durch das Gefühl, selbst nicht richtig gehandelt zu haben, gerade da wäre es gut, wenn man sagen kann: Mein Verhalten war nicht passend, das bedeutet aber nicht, mich deswegen verstecken zu müssen.

    Ist das nicht letztendlich, was man als Empowerment bezeichnet?

    (Anders ist es natürlich bei einmaligen Übergriffen, die nicht in Zusammenhang mit einer Beziehung stehen.)


    Weinstein hatte solche und solche Erlebnisse. Es gab die Opfer, die gegen ihren Willen genötigt wurden, aber es gab auch welche, die einfach seinem Spiel gefolgt sind. Wie Garvais schon sagte: Er war doch euer Freund.

    Was meinst du mit, es gäbe keine einzige Person, die davon reich geworden ist? Viele namhafte Schauspielerinnen erklärten ja, dass man mit Weinstein gut stehen musste, weil er sonst die Karriere zerstört hätte. Niemand ist gezwungen auf die Art und Weise eine Karriere aufrechtzuerhalten. Sie haben es trotzdem getan.


    Was Weggefährten angeht, die heute erst Stellung beziehen, würde ich nicht nur von "schwachen Move" oder "nicht mit Ruhm bekleckert" sprechen, wenn sie es wussten und bei besserer geistiger Verfassung waren als ein Manson, dann dürfen sie auch gerne etwas unternehmen und nicht nur wegsehen. Bei einem Mord würde man auch von Beihilfe sprechen.

    Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein


  • Dir ist aber schon klar, dass der Artikel aussagt, es gäbe keine Anhaltuntspunkte für eine Frau, an denen sie sich orientieren kann, wann ein Mann womöglich gefährlich ist, sondern dass Männer generell Gewalttäter sind? Er ist kein Monster, er ist (eben) ein Mann. Was soll man da schon erwarten?

    Ich würde keine Liedtexte heranzitieren, um daraus zu schließen, ob er zu Übergriffen bereit ist. Aber Manson ist ja nun mal als Ganzes eine Kunstfigur, das könnte schon daraufhin deuten, er lebt sein Kunst etwas mehr als andere.

    Oder bleiben wir am Beispiel Kinski, das war auch nicht nur Kunst. Aber alle Welt wollte das glauben. Hätte man bei dem Frauen "empfohlen", mal zu schauen, ob er noch eine private Seite hat, die ganz anders ist, als er sonst vorgibt?

    Frauen, die solche Artikel schreiben, tragen auch nicht gerade zu einer besseren Welt bei, wie ich finde.

    Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein