• Ist auch immer noch einer meiner Lieblingstracks von "Mutter"! Das ist einfach so supergut ^^... (und bei diesem Kindergesang versteh' ich beim zweiten Satz immer noch "Weil er sie nicht mehr weinen hört" XDD Das hab ich Jahrelang so verstanden und hat sich ins Gehirn gebrannt (obwohl ich inzwischen weiß, dass es "Mein Herz schlägt nicht mehr weiter" heissen soll :D)

  • Ist auch einer meiner Lieblingstracks, toller Text und die Musik hach da stimmt einfach alles

    Diese Signatur wurde entfernt da sie zum ungeschützen Geschlechtsverkehr animiert :D

  • Dito!

    Meine Rammstein Live Erlebnisse:
    24.11.2009 LEIPZIG 1. Reihe bei Richard + Oliver getroffen!!
    10.12.2011 STUTTGART 1. Reihe vor Paul und Till!! (näher bei Till)
    24.03.2012 FRANKFURT (Autogrammstunde mit Schneider)
    25.05.2013 BERLIN-WUHLHEIDE 1.Reihe vor Till + Drumstick von Schneider bekommen

    13.07.2019 FRANKFURT

  • ''Der Text zeichnet den psychischen Tod, die Abspaltung eines Kindes,
    das sich im unentrinnbaren Schicksal des sexuellen Missbrauchs befindet.
    Die körperlichen Symptome sind keineswegs für bare Münze zu nehmen
    sondern spiegeln die Auslagerung der Seele aus dem Körper, die sich vor
    dem gewaltsamen Tod durch den Missbrauch retten muss. 'Nur der Regen
    weint am Grab' symbolisiert eindeutig die Gleichgültigkeit der Umwelt
    diesem Schicksal gegenüber, obwohl 'aus der Erde singt das Kind', es
    versucht, sich mitzuteilen. ''


    Ich glaub die Interpretation ist richtig!
    Wikipedia 4 ever!!!

  • Ok ich mach jetzt mal ne etwas längere Interpreatation zu dem Lied! Also erstmal muss ich
    'IchseheDiiich!'' (Wikipedia) recht geben,.. weil ich glaub auch dass es in dem Lied um Missbrauch geht! Ok, ihr müsst euch das jetzt nicht alles duchlesen! Ich wollte aber mal so 'ne Interpretation machen, weil ich glaub die meisten haben den Song falsch interpretatiert ok also ich mach das jetzt so dass ich immer die einzelnen Sätze,.. erkläre also:


    1. ''Ein kleiner Mensch stirbt nur zum Schein wollte ganz alleine sein'' ok also ich glaube dass soll jetzt nicht heißen, dass das Kind einen Tod vorspielt!!! Sondern eher, da es ja in dem Lied um Missbrauch geht, dass wenn das Kind missbraucht wird, dass es sozusagen Tod ist, also dass das Kind dann vllt. Tod sein will (''wollte ganz alleine sein'') oder dass ''die Seele aus dem Körper geht'',in dem Moment und deshalb ist das Kind dann ''Scheintod''


    2. ''das kleine Herz stand still für Stunden, so hat man es für tot befunden'' Also das Herz stand nicht wirklich still, das Kind lebt ja noch, nur im Innerlichen ist es sozusagen Tod, wegen dem Missbrauch.., ''also hat ''man'' das Kind für tot befunden'' ( ich glaube das ist jetzt nicht wörtlich gemeint)


    3.''es wird verscharrt in nassem Sand, mit einer Spieluhr in der Hand'' ok ich würde sagen dass die Spieluhr für unendlichkeit steht, also dass das Kind für immer unter dem Missbrauch leiden wird! und das Verscharren bedeutet dann auch sowas wie unendlichkeit, weil wenn jemand Verscharrt wird ist er ja normalerweis tot.., und das soll dann auch bedeuten dass das Kind für immer Tod sein wird ( innerlich!)


    4.''Der erste Schnee das Grab bedeckt hat ganz sanft das Kind geweckt'' Also das bedeutet jetzt dass das Kind nicht wirklich tot ist, .. und mit dem Schnee bin ich mir nicht ganz sicher was das bedeuten soll! Aber vielleicht steht Schnee auch dafür, dass wenn Schnee schmilzt ist der Schnee ja nicht richtig weg, sondern nur in einem anderen ''Aggregatzustand'' xd und vllt. is damit auch das Kind gemeint, dass das vllt. ''verletzt ist'' aber nicht wirklich tot ist! Aber ich bin mir da nicht ganz sicher


    5.''In einer kalten Winternacht, ist das kleine Herz erwacht'' Also das Herz ist erwacht weil das Kind ja nicht richtig Tod ist, nur innerlich, und Winternacht steht halt dafür, dass es Winter ist ...!!!


    3. ''Als der Frost ins Kind geflogen hat es die Spieluhr aufgezogen'' Also mit dem Frost weiß ich nicht genau, was das bedeuten soll, vllt. ja das etwas eingefroren wird und das dann .. Tot is! Also der Frost steht dann für den (Innerlichen) Tod des Kindes und dass das Kind deswegen die Spieluhr aufzieht weil es ja für immer (Innerlich) Tot sein wird!!


    4. ''Eine Melodie im Wind und aus der Erde singt das Kind'' Also das bezieht sich jetzt auf den Refrain und darauf dass das Kind nicht richtig Tod ist und dann halt singt --->


    5.''Hoppe, hoppe Reiter'' Also ich glaub das bezieht sich auf den Missbrauch! Dass das Kind gerade vergewaltig .. wird, versteht ihr? Ich glaub auch das is das einzige was darauf hinweißt dass es um Missbrauch geht!!!


    6.''Und kein Engel steigt herab'' Ich glaube das bedeutet dass das Kind noch lebt, also vllt. bedeutet das wenn ein Engel herabsteigt, dass das Kind dann Tod ist, aber da kein Engel herabsteigt lebt das Kind noch!


    7.'' Mein Herz schlägt nicht mehr weiter'' Also das bezieht sich jetzt auf den innerlichen Tod, würd ich sagen! Weil das Kind stirbt ja nicht wirklich!!!


    8. ''Nur der Regen weint am Grab'' Also, das soll glaube ich bedeuten, dass niemand mitbekommt, dass das Kind missbraucht wird/wurde, weil
    ''NUR (!!!) der Regen weint am Grab'' und sonst niemand, also das heißt dann Niemand kriegt mit was eigl. passiert und so ...! ok


    9. '' Eine Melodie im Wind'' also das bezieht sich darauf dass das Kind.. singt, würd' ich sagen..


    10. ''Und aus der Erde singt das Kind'' Ja, das bedeutet dass das Kind aus der Erde.. singt..


    11. ''Der kalte Mond in voller, Pracht hört die Schreie in der Nacht'' Also das mit dem Mond soll wieder bedeuten, dass niemand ''die Schreie'' hört, außer der ''Mond'', also niemand bekommt irgendwas mit!


    12. ''Und kein Engel steigt herab,nur der Regen weint am Grab'' Ok das heißt dass das Kind nicht stirbt!!.. und mit dem Regen: Siehe oben!


    13.'' Zwischen harten Eichendielen, wird es mit der Spieluhr spielen'' Okk.. dafür hab ich jetzt keine.. interpretation, aber vllt. bedeuten ja harte Eichendielen irgendwas negatives aber ich weiß es jetzt nicht genau sry! ..


    14. ''Am Totensonntag hörten sie, aus Gottes Acker diese Melodie'' Also ich würde sagen dass mit ''sie'' die Leute in der Umgebung von dem Kind gemeint sind z.b: Eltern oder so, ( ich bin mir aber nicht sicher, kann auch was anderes bedeuten!!) und vllt. bedeutet das, dass das Kind vielleicht von dem Missbrauch erzählt hat, aber erst dann wo es schon passiert ist..!! Oder vllt. habn ''die'' auch einfach gemerkt, dass das Kind irgendwie, ''anders'' ist oder so! Aufjedenfall wiss'n die jetzt von dem Missbrauch..


    15. ''Da haben sie es ausgebettet das kleine Herz im Kind gerettet'' Ok, das bedeutet, dass sie das Kind gerettet haben! Also dass sie ja jetzt von ALLEM wissen und irgendwie darauf achten, das das Kind nicht nochmal missbraucht wird oder so....


    16. ''[...] Und auf der Erde singt das Kind'' also jetzt singt das Kind nicht mehr aus der Erde sondern auf der Erde und ich glaub das soll dann bedeuten, dass obwohl diese Leute das Kind gerettet haben, es trotzdem noch für immer ''geschädigt'' sein wird .. also ich mein dass es für immer unter dem Missbrauch, leiden wird...


    Ok... FERTIG! omg,.. also ich kann euch nicht sagen ob das jetzt alles richtig ist! Ok.. alsooo
    FAZIT: Ich glaube Till ( Rammstein) will damit aussagen, dass Kinder vergewaltigt werden und niemand das mitbekommt!! '


    Ok aber ich bin jetzt nicht selber darauf gekommen, hab nur darüber nachgedachte weil ja wikipedia sagt dass es um missbrauch geht! UND DANN wurde mir alles kla', jaa....

  • Hallo, hier mal meine Interpretation von dem Song. Beim ersten Mal Hören dachte ich auch erst an das Lebendig-Begrabensein, allerdings unterstelle ich Rammstein (bwz. Till) immer Botschaften "zwischen den Zeilen". Daher kam bei näherer Überlegung das hier für mich raus (ohne die vorangegangenen Beiträge hier im Forum gelesen zu):


    (Wem das zuviel Text ist, kann die roten Einträge einfach auslassen)


    Ein Kind wird während der kalten Winterzeit sexuell missbraucht (Hoppe hoppe Reiter) und niemand bemerkt es, niemand hilft (Und kein Engel steigt herab). Es weint in seinem Bettchen (=Grab/Tatort), kann es nicht ertragen und stirbt innerlich (Mein Herz schlägt nicht mehr weiter). Während des Missbrauchs läuft die Melodie seiner (Lieblings-) Spieluhr (Hoppe hoppe Reiter, eine Melodie im Wind). Das Kind ist stundenlang apathisch (Das kleine Herz stand still für Stunden), aber man geht davon aus, dass es einfach (tot-)müde ist (So hat man es für tot befunden). Es wird in seinem nassen (evtl. durch Tränen, Sperma, etc.) Bettchen zugedeckt (Es wird verscharrt in nassem Sand) und bekommt zum Einschlafen die Melodie seiner Spieluhr vorgespielt (Mit einer Spieluhr in der Hand), welche bisher immer beruhigend auf das Kind einwirkte. Doch bereits in der ersten Nacht wacht es von seinem (Alb-)Traum auf (Der erste Schnee ... ist das kleine Herz erwacht). Es hat Angst (=Frost) und möchte sich mit seiner Spieluhr beruhigen (Hat es die Spieluhr aufgezogen). Doch diese (Horror-)Melodie weckt schlimme Erinnerungen. Das Kind schreit (Der kalte Mond... hört die Schreie in der Nacht), da jedoch wieder niemand zur Hilfe kommt (Und kein Engel steigt herab) fängt es erneut an zu weinen. Es setzt sich auf den harten Holzboden (Zwischen harten Eichendielen) – vielleicht, weil es sein Bett/Tatort nicht mehr ertragen kann – und zieht erneut die Spieluhr auf. Das kleine Kind kann sich mit Worten nicht mitteilen und lässt deshalb die Spieluhr „sprechen“ (=spielen). Kurz vor der Adventszeit kommt die Wahrheit in der Kirche – bei der Beichte? - ans Licht (Am Totensonntag hörten sie aus Gottes Acker diese Melodie) und das Kind ist somit ein Stück weit befreit und es kann ihm geholfen werden (Da haben sie es ausgebettet und das kleine Herz im Kind gerettet).

  • Spieluhr handelt von einem Kind, das schwere Zeiten (Uhr) spielerisch (Spiel) versucht zu überwinden. Die Spieluhr ist ein mechanisches Musikinstrument. Sie wird in diesem Text ebenfalls aber, so denke ich, als symbolisches Mittel eingesetzt, für eine schlimme Zeit (Uhr) die spielerisch (Spiel) umgesetzt wird, um sie besser zu verarbeiten. Meiner Meinung nach erlebt das Kind gleich zwei schlimme Ereignisse (Zeit) in seinem jungen Leben. Einmal Lebendig begraben zu werden und ausserdem den sexuellen Missbrauch. Wenn man den Text aufmerksam liest, dann denke ich wird jedem klar, das ausser dem lebendig begraben werden, etwas anderes nicht stimmt. Man muss sich fragen, was gibt einem Kind den Grund allein sein zu wollen? Hier geht es ja nicht darum, mal kurz zeit für sich haben zu wollen, sondern um einen radikalen wunsch des alleinseins, da sogar der Scheintod als Mittel eingesetzt wird mit dem Ziel des Alleinseins. Also was kann ein Kind dazu veranlassen mit radikalen Mitteln (Scheintod) zu versuchen, keine anderen Menschen bei sich zu lassen? Wovor kann sich ein Kind so sehr fürchten, wenn andere Menschen in seiner nähe sind? Das müssen aufjedenfall schlimme Dinge sein, wenn das Kind sogar mit einem Scheintod die anderen von sich entfernen will.


    Als nächstes fällt einem auf, das das Kind tatsächlich von Einsamkeit umgeben ist. Man fragt sich bei diesem Text, wo denn die liebevollen Eltern sind und warum sie gar nicht im Text erwähnt werden. Stattdessen wird die Einsamkeit und Kälte (Gefühlskälte) regelrecht laufend betont. "Nur der Regen weint am Grab", aber warum die anderen nicht? Wer ist den so Gefühlskalt und sieht dieses Kind nur als ein Totes Objekt und trauert deswegen nicht darum? Jemand der um sein Kind nicht trauert, kann es ja nicht sehr geliebt haben. Zu was ist ein Mensch fähig, der einen andere Menschen nicht liebt? Wie sehr würde es diesem Menschen weh tun, wenn seinem nicht geliebten Menschen schmerz wiederfährt?


    Zudem wird das Kind verscharrt, nicht bestattet oder beerdigt. Verscharren bedeutet verbuddeln, wird jedoch verwendet wenn etwas verheimlicht/Verbogen werden soll. Was gibt einem den Anlass, ein Kind zu verheimlichen? Hat das Kind irgendein verborgenes Geheimnis, das niemand wissen darf? Was könnte das wohl sein? Auch fällt auf, das das Kind zum Schluss immer noch dieses spielerische Lied singt, obwohl es gerettet wurde aus der dunklen Erde. Es singt immer noch auf der Erde, vorher in der Erde. Wie erwähnt, glaube ich hat die Spieluhr eine symbolische bedeutung, für eine schwere Zeit die spielerisch versucht wird, zu überwinden. Doch sollte nach der Befreiung aus der Erde nicht die schlimme Zeit vorbei sein? Wohin kommt das kind, nach dem es wieder aus der Erde geholt wird? Wären das nicht eigentlich die Eltern (oder andere Erziehungsberechtigte)? Warum gibt es da eine schwere Zeit?


    Warum wird der Kinderreim "Hoppe Hoppe Reiter" verwendet? "Hoppe Hoppe Reiter" ist ein Kniereitvers, wo sich das Kind auf den Schoss des Erwachsenen setzt, der das Kind rauf und runter wippt und dazu den Kinderreim aufsagt. Man findet diesen Reim allerdings auch als Synonym für die Reiterstellung im Sexual Bereich. Ich glaube nicht, das Rammstein diesen Kinderreim durch zufall einfach in das Lied eingefügt hat. Ich finde wenn man diese ganzen Fakten als Puzzle zusammenfügt, kann man schon auf sexuellen Kindesmissbrauch kommen. Aber ist nur meine Meinung, vieleicht ist das ja auch alles anders gemeint.


    Interessant ist auch, wenn man die Wörter "Grab" und "Erde" einfach mit dem Wort "Bett" ersetzt, wie weit wird dadurch der Text entfremdet? Es geht nicht um die Einführung (Intro/Anfang) oder der Rettung (Ende), sondern um die schlimme Zeit im Grab (Das Geschehnis). Wie erwähnt, muss vorher auch was Geschehen sein, denn warum will das Kind allein sein, warum trauert keiner um das Kind, warum wird es verscharrt und nicht beerdigt und warum singt es nach der Rettung immer noch diesen Kinderreim? Was ist also vorher Geschehen? Nehmen wir einfach mal das Wort "Bett", welche Kälte könnte Nachts zu dem Kind am Bett gekommen sein und es sanft wecken? Welche Kälte könnte in das Kind "geflogen" kommen, woraufhin das Kind seine
    vieleicht innere Spieluhr aktiviert? Was kann der Grund sein das das Kind nachts schreit? Sind Eichendielen nur bei einem Sarg zu finden oder auch im Schlafzimmer? Was lässt das Herz eines Kindes erstummen vor Schreck mitten in der Nacht? Kann man durch diesen simplen Wortwechsel das vorige Geschehen ermitteln, was den Anlass für den Scheintod des Kindes ist?


    Entschuldigt diesen langen Beitrag, wo schon fast alles wichtige gesagt wird zum Text, aber ich wollte das wirklich verständlich machen, warum ich der Meinung bin, das es hier tatsächlich um Kindesmissbrauch geht. Der Kinderreim im Refrain wird gesungen von Khira Li Lindemann, der Tochter von Richard Kruspe. Das lyrische Ich in dem Text ist eine völlig neutrale Person, die die Geschichte aus einem fernen Blickwinkel erzählt. Man kann den Text auf zwei weisen verstehen. Entweder für ein Erlebnis für zwei Ereignisse (Lebendig begraben und Missbrauch) oder aber den Text komplett als Metapher verstehen. Also das dieses Begräbnis nicht in wirklichkeit stattfindet, sondern das Grab ein Metapher für eine art Gefägnis ist, woraus das Kind nicht fliehen kann und von daher seine Gefühle ausschaltet (Herz) und spielerisch in eine andere Welt flieht. Der Text könnte also die Gefühle des Kindes beschreiben, das von etwas eingeängt wird und in dieser Position nur Kälte erfährt.


    Ein kleiner Mensch stirbt nur zumSchein

    wollte ganz alleine sein
    das kleine Herz stand still für Stunden
    so hat man es für tot befunden
    es wird verscharrt in nassem Sand
    mit einer Spieluhr in der Hand


    Vieles habe ich schon in der Einführung erzählt, von daher hoffe ich, das es ok ist, wenn ich nicht nochmal haargenau auf den Text eingehe. Der Text ansonsten ist, denke ich, sehr leicht gestrickt und man muss nur versuchen zwischen den Zeilen zu lesen. Hier ist also das kleine Kind, das alleine sein will und von daher so tut (Schein) als ob es Tod ist. Wie gesagt, hier ist die Frage, warum tut das Kind dies? Meine Antwort darauf wäre, um den Missbrauch zu entfliehen. Den Scheintod (Das Lied) kann/muss man natürlich symbolisch sehen, auch wenn der Scheintod früher durchaus möglich war. Jedoch ihn selbst zu veranlassen und somit lebendig begraben zu werden, ist eigentlich ein Ding der unmöglichkeit. Aber in welcher weise man den Text verstehen kann, habe ich ja bereits in der Einführung erzählt (zwei Geschehnisse oder Metapher für "Gefängnis"). Weiterer wichtiger Punkt hier ist das Wort "verscharrt". Normalerweise müsste so ein Satz heissen "Es wird begraben unter der Erde", doch hier wird das Kind verscharrt in nassem Sand. Das Wort verscharrt benutzt man eigentlich für etwas heimliches oder verborgenes und im weichen Sand kann man etwas schneller verscharren, als unter der harten Erde. Bedeutet also das dieses Kind schnell (Sand) vergessen (verscharrt) werden soll. Denn das Kind trägt ein Geheimnis, das kein anderer wissen soll. Wenn man anschliessend die Kälte verstehen möchte, muss man sich mal nur richtig den Text sich bildlich vor Augen führen. Nach nur paar Stunden wird das Kind schnell im nassen Sand verscharrt.


    Der erste Schnee das Grab bedeckt
    hat ganz sanft das Kind geweckt
    in einer kalten Winternacht
    ist das kleine Herz erwacht


    Als der Frost ins Kind geflogen
    hat es die Spieluhr aufgezogen
    eine Melodie im Wind
    und aus der Erde singt das Kind


    Ein wichtiger Punkt ist hier die ständig erwähnte Kälte, womit das Kind konfrontiert wird. Das Grab des Kindes wird damit bedeckt und das Kind wird sogar persönlich damit konfrontiert, indem der Frost sogar in das Kind geflogen kommt. Also um das Geschehen und die Reaktion darauf mal Chronologisch wiederzugeben: Die Kälte (Schnee) kommt (Ereignis), das Kind wacht davon auf (Reaktion), die Kälte (Frost) greift das Kind an (Ereignis), das Kind setzt die Spieluhr ein (Reaktion). Wie bei der Einführung erwähnt, ersetzt mal die Wörter "Grab" und "Erde" einfach mal mit "Bett". Der Ort ist dann zwar ein anderer, aber das Geschehnis (Ereignis & Reaktion) bleiben gleich erhalten und geben der Kälte nur eine andere Persönlichkeit. Die Kälte bleibt weiterhin der Täter, der das Kind weckt und attackiert, nur das man an diesem Ort (Schlafzimmer, Kinderzimmer) die möglichkeit hat, die Kälte in einen gefühlskalten menschlichen Täter zu verwandeln. Was die Spieluhr und das drumherum (Melodie im Wind, singt das Kind) bedeutet, habe ich ebenfalls ausführlich in der Einführung erklärt.

    Hoppe hoppe Reiter

    und kein Engel steigt herab
    mein Herz schlägt nicht mehr weiter

    nur der Regen weint am Grab
    hoppe hoppe Reiter

    eine Melodie im Wind
    mein Herz schlägt nicht mehr weiter

    und aus der Erde singt das Kind


    Wie erwähnt ist "Hoppe hoppe Reiter" ein Kniereitvers, was das Kind hier singt, nachdem es von der Kälte attackiert wurde. Das Kind ist sich einer Gefahr bewusst und versucht die Zeit (Uhr) spielerisch (Spiel) zu überstehen mit hilfe dieser symbolischen Spieluhr bzw dem Lied. Auch kein (Schutz-)Engel wird zu dem Kind kommen, um es vor der Gefahr (die Kälte) zu befreien. Das einzige was an dem Gefahrenort (Grab) "mitgefühl" zeigt, ist der Regen, also nichts um genau zu sein.


    Der kalte Mond in voller Pracht
    hört die Schreie in der Nacht
    und kein Engel steigt herab
    nur der Regen weint am Grab


    Zwischen harten Eichendielen
    wird es mit der Spieluhr spielen
    eine Melodie im Wind
    und aus der Erde singt das Kind (Refrain)


    Auch hier wird wieder die Kälte erwähnt (Kalte Mond), die in voller Pracht erscheint. Wenn man den Ort ins Kinderschlafzimmer verlegt, wo die Kälte in voller Pracht sich präsentiert und das Kind anfängt zu schreien, wird denke ich verstehen, wie das gemeint ist. Wenn nicht, in voller Pracht heißt natürlich sich zu entblössen und der einzige der das kinderschreien mitbekommt, ist der der sich entblößt. Der Rest des Textes denke ich sollte auch verständlich sein, kam ja alles schon vor. Und wie erwähnt, Bretter aus Eichenholz findet man nicht nur im Sarg.


    Am Totensonntag hörten sie
    aus Gottes Acker diese Melodie
    da haben sie es ausgebettet
    das kleine Herz im Kind gerettet


    Interessant an dieser Stelle finde ich, das Rammstein sich hier an einer Protestantischen Tradition bedient, obwohl sie sich sonst eher mit den Katholischen Traditionen befassen. Der Totensonntag ist speziel in Deutschland von den evangelischen Kirchen ein Gedenktag an die Verstorbenen. Also an dem Tag, wo an den Verstorbenen gedacht wird, nimmt man das Kind wahr. Der Gottes Acker ist nur eine alte Bezeichnung für einen Friedhof, wo sie das Kind ausgraben (ausgebettet). Die Frage hier ist jetzt, ob die Rettung ein Happy End ist oder nicht. Eigentlich hätte ich den Text jetzt so verstanden, das das Kind wahrgenommen wurde und aus dem Gefängnis befreit wurde. Im Sinne der Begräbnisgeschichte stimmt das ja auch, aber denke für die Missbrauchsgeschichte kann man das so nicht verwenden, wenn man den letzten Refrain sich nochmal anhört:


    Hoppe hoppe Reiter
    eine Melodie im Wind
    mein Herz schlägt nicht mehr weiter

    und auf der Erde singt das Kind (usw....)


    Wichtig ist hier nur die letzte Zeile. Vorher hiess der Satz immer "und
    aus der Erde singt das Kind", diesmal jedoch "und auf der Erde singt das Kind". Fürs erste bedeutet das ja nur, das das Kind nicht mehr unter der Erde ist. Was mich stutzig macht ist,
    warum singt das Kind immer noch? Also warum ist die Spieluhr noch Aktiv? Ich verstehe das so, das das Kind aus seinem eventuell inneren Gefängnis befreit wurde und ins alte Gefängnis zurückkehrt. Oder halt aus dem Sarg befreit wurde und zurück zum Täter gebracht wird (für die, die den Song in zwei Geschehnisse sehen). So oder so, es wäre kein Happy End.

    Mein Teil der Interpretation #mce_temp_url# (Version 4.0)
    -(PDF Datei/Grösse: 35 MB/85 Seiten)- -Neue Version 4.0 nun mit Reise, Reise

  • Da ich dieses Lied gerade gehört habe, bisher aber eher etwas halbherzig, da ich den Kindergesang etwas sehr dominant empfand. Nun interessehalber, weil es doch einen düsteren Reiz hat, endlich mal näher mit dem Text befasst.

    Fand das Lied an sich schon gut, aber hat für mich nicht allzu viel Sinn ergeben.


    Tatsächlich habe ich die Passage mit "hoppe, hoppe Reiter" bisher nie so wirklich wahrgenommen.


    Und siehe da, auf einmal ergibt es Sinn, und was für einen!

    Umso beklemmender und trauriger ist das Lied nun beim Hören.


    Damit ist soeben zu einem meiner Lieblinge geworden!

    (Gut, neben unzähligen anderen ;))

  • Spieluhr ist auf meiner Favoritenliste ganz weit oben. War damals eine Empfehlung von jemandem und sollte sich als Liebe auf den ersten Blick herausstellen.


    Am herausragendsten ist das Lied durch den Refrain. Dieser Kontrast zwischen dem niedlich-verstörenden Kindergesang und Tills markantem Sprechen geht tief unter die Haut. Mit dem Text ist es ebenso. Zugegeben, der ist fast schon süß, da es ja ein Happy End gibt, aber je älter man wird und je häufiger man sich damit befasst, umso deprimierender und trauriger wird er. Lebendig begraben werden ist, hands down, eine der grausamsten Situationen, die es gibt. Und wenn man mal darüber nachdenkt, warum der kleine Mensch wohl seinen Tod vortäuscht... Und dann weint nur der Regen am Grab. Bitterböse.


    Das Besondere ist, dass dieses Lied eines der unrealistischsten von R+ ist. Klar, das Szenario gab es sehr oft, aber natürlich wird das keiner mehrere Monate lang überleben. Dass das Kind eben jenes tut, ist sehr untypisch für unsere bösen Jungs. Aber dafür ist es umso herzerwärmender. Wenn man einmal das Instrumental hört, fällt einem auch erst mal auf, wie traurig die Musik klingt. Und auch, wenn das jetzt sehr morbide klingen mag: Ich finde das Lied sehr beruhigend und würde es sogar als Kinderlied nehmen, da es mMn vorm Schlafengehen nicht mal unpraktisch wäre.


    Die Knaack-Version und der ungenutzte Text aus einem Buch sind übrigens Horror pur und hätten es niemals zu meinen Lieblingen geschafft.


    Spieluhr bewegt sich auf einem extrem schmalen Grad zwischen niedlich und grausam und kombiniert diese beiden Gegensätze perfekt. Das wohl bittersüßeste Lied von Rammstein.