Diskussionen zu den Lindemann News

  • Es scheint wohl, wenn man das Single-Artwork mitbeachten möchte an die Suizidwellen der Spanischen Grippe 1918 geknüpft zu sein.

    Das ist mal ein guter Hinweis.

    Womöglich ist es ganz neumodisch gemeint im Retrodesign. Die Aufgehangenen stellen die aktuelle Kunstszene dar, zunächst versucht sich der Künstler die Lage noch schön zu saufen, aber da er nur noch vor einem toten Publikum spielt, bringt er sich selbst um. In dieser Situation treffen sich alle wieder bzw. sind alle beisammen und da es sich mittlerweile wiederholt, beginnt auch das Video noch mal an der Stelle, an der Till erst trinkt?

    Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein


  • Spannendes Video, wenn man den Suizid als das Sterben der Kunst im Kontext Corona denkt; dann ist der Exzess nach der Auferstehung am Ende die langersehnte Rückkehr von Menschen vor die Bühnen. Nur um, wenn der Vorhang gefallen ist, festzustellen, dass das auch ohne Corona alles ein Kreislauf ist, KünstlerInnen und das Motiv Suizid, die Leiden der KünstlerInnen, ihre Drogensucht und deren Mystifizierung für Kunst ganz allgemein (scheinbar) unabdingbar sind.


    Gefällt mir sehr gut.

    lieblos dekoriert an halb verwelkten Jasminblüten

    zwei Kaffeebohnen für den Fährmann

  • Dazu noch eine Anmerkung. Die Kunst selbst scheint nach dem Suizid des Künstlers aber befreiter und lebendinger zu sein. Sie wird von ihren Ketten gelöst, in der sie stets steckt.


    Allerdings muss ich sagen, ist die Interpretation vllt doch zu kurz gedacht. Die Leute, die vom Strick fallen, sind alle recht alt und wirken nicht so kreativ.

    Ach, wer weiß, was es wirklich uns sagen soll. (Wie fast immer.)

    Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein