• Im Wasser und zu Land

    Ist uns viel Getier bekannt

    Rastlos durch ihre Reviere streifen

    Darf man sich nicht dran vergreifen
    Doch gut getarnt liegt die Gefahr

    Gleich neben mir bedrohlich nah


    Du bist giftig, ach so giftig

    Gestochen, als ich schlief

    Und der Stachel steckt so tief


    Alle Nächte muss ich bangen

    Nichts hält mich wie du gefangen

    Die Gefahr zum Greifen nah

    Schön, doch unberechenbar

    Wirst deine Arme um mich legen

    Alles steif, kann mich nicht regen


    Du bist giftig, ach so giftig

    Gestochen, als ich schlief

    Und der Stachel sitzt so tief


    Du bist giftig, ach so giftig

    Gebissen, als ich schlief

    Und die spitzen Zähne tief

    Und das Gift strömt langsam in mein Blut

    Ach, ich seh schon weißes Licht

    Und irgendwie find ich es gut

    Ja
    Ein Gegenmittel gibt es nicht


    Du bist giftig, ach so giftig

    Gebissen, als ich schlief

    Und die Zähne graben tief

    Du bist giftig, ach so giftig

    Kein Zeichen, keine Warnung

    So perfekt war deine Tarnung

    Hinterlistig, als ich schlief

    Und die Zunge steckt so tief

  • Bisher immer noch mein absoluter Liebling auf dem Album. Vor allem das Instrumental hat es mir angetan. Das Schlagzeugsolo in Verbindung mit diesen tiefen Elektrobässen, Flakes Synth und dem Sehnsucht Artigen Sample ab 1:40 ist der absolute Hammer. Die Lyrics sind etwas Zweckmäßig, das tut dem Song im gesamten aber keinen Abbruch.

  • Handelt es ich bei dem Gift von Giftig um das selbe Gift wie zum Schluß bei Amour ?

    Ist da eine Verbindung zwischen den beiden Songs oeer gar eine Forstzung oder Ergänzung ?


    Ich meine ja

    Der erste Vers vom Amour :

    Die Liebe ist ein wildes Tier , sie atmet dich sie sucht nach dir

    Giftigs Tier (Liebe/Leidenschaft) ist überall präsent. ...aber die Gefahr ist gut getarnt. Nahe bei mir, gefährlich nahe.
    Angenommen, die Liebe ist ein wildes Tier, ist sie offensichtlich gefährlich.

    Die Gefahr ist gut getarnt und nah bei uns, weil wir uns in jeden verlieben können, manchmal ist diese Person ein Arbeits-/Schulkollege, ein Nachbar.

    Ich wurde im Schlaf gestochen, und der Stachel steckt so tief
    Kennst ihr das, wenn ihr euren Kopf auf das Kissen legt und ihr anfangt von wunderbaren Dingen zu träumen ?

    Von denen Ihr euch wünscht, dass sie passieren, bevor Ihr schlafen geht ?

    Das Mädchen/der Junge deiner Träume.

    Ja, du denkst viel an ihn, bevor du schläfst, dass Liebe / Leidenschaft wie ein Stachel ist der tief drin steckt.

    Ich muss jede Nacht fürchten nichts hält mich so gefangen wie du
    Ganz steif, ich kann mich nicht bewegen
    Das lyrische Ich ist so verliebt, dass es an nichts anderes denken kann als an seine Geliebte (r)

    Es ist gefangen und fürchtet sich darum.

    und das Gift fließt langsam durch mein Blut ... und irgendwie finde ich es gut
    Dieser Auszug stellt eine interessante Verbindung zu Amour her:

    Erst ist es (die Liebe) heiß, dann kalt und am Ende tut es weh.
    Giftigs lyrisches Ich erlebt heiße, pulsierende, inbrünstige Liebe, also findet er es gut.

    Schließlich denke ich, dass die größte Verbindung zwischen diesen beiden wunderbaren Songs zwischen Giftigs Refrain und Amours letztem Abschnitt besteht.

    Amour: Bitte gib mir Gift
    Giftig: Du hast Gift/du bist giftig
    Mit anderen Worten, es ist, als würde Amours lyrisches selbst, dass in der letzten Strophe um Gift (Liebe/Leidenschaft) fleht und in Giftig seine Bitte erfüllt bekommt.


  • Giftig gefällt mir auch gut. Grade der Elektro Beat am Anfang kommt gut.

    12.12.2004 Dortmund 2 Reihe
    24.06.2005 Berlin Wuhlheide
    25.06.2005 Berlin Wuhlheide
    26.06.2005 Berlin Wuhlheide
    29.11.2009 Köln
    30.11.2009 Köln Vip Loge
    22.05.2010 Berlin Wuhlheide
    04.12.2011 Düsseldorf :spring:
    27.05.2019 Gelsenkirchen

  • Bin ich eigentlich der Einzige hier, der bei dem Song Islamkritik raushört? Nach "Zeig dich" auf dem Vorgängeralbum wäre das nur folgerichtig, die zwei größten Weltreligionen hintereinander anzusprechen.

  • Bin ich eigentlich der Einzige hier, der bei dem Song Islamkritik raushört?

    Könnte mir vorstellen, dass die Antwort "Ja" lautet. Wie wäre es mit einer Argumentation dazu? Außer, die Klänge sind so orientalisch.


    Btw war "Halleluhjah" auch schon einen Kritik am Christentum. "Zeig dich" war nichts Exklusives.


    Trink das Schwarz in tiefen Zügen :kaffee:

  • Man hört durchaus auch in Liedern, was man darin hören WILL.

    Das Lied behandelt das übliche Thema. FICKEN. Sonst nix.


    Dass halt das lyrische Ich von der Amore gestochen wurde und nun sich nicht mehr wehren kann etc bla. Dieses Sujet hatten wir ja schon mit AMOUR und auch in ACH SO GERN.

    Wobei. Männliches Lyrisches Ich und "Dein Stachel saß so tief?"

  • Allg vergleicht Till Frauen gern mit Tieren. Oft spielt ja auch die Jagd auf sie eine Rolle in seinen Texten. Für ihn scheint das alles das Gleiche zu sein. Ein richtiger Gentleman.


    Trink das Schwarz in tiefen Zügen :kaffee:

  • Das Lied behandelt das übliche Thema. FICKEN. Sonst nix.

    Ficken? Das Lied handelt von ner toxischen Beziehung, wo hörst du da Sex raus? Wegen des Stachels im Fleisches? Das würde ich nicht so wörtlich nehmen in dem Lied...

    Und Schlag auf Schlag!

    Werd ich zum Augenblicke sagen:

    Verweile doch! du bist so schön!

    Dann magst du mich in Fesseln schlagen,

    Dann will ich gern zugrunde gehn!

    Dann mag die Totenglocke schallen,

    Dann bist du deines Dienstes frei,

    Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen,

    Es sei die Zeit für mich vorbei!

  • Beziehung? Ich verstehe es auch eher so, dass er im Bett neben einer Frau liegt, bei der er gar nicht mehr weiß, wie das einfach passieren konnte.

    "Und das Gift strömt langsam in mein Blut

    Ach, ich seh schon weißes Licht

    Und irgendwie find ich es gut" klingt nach einer Metapher für Orgasmus.


    Trink das Schwarz in tiefen Zügen :kaffee:

  • Deswegen denke ich da an toxische Beziehung... "irgendwie find ich es gut" irgendwie aber auch nicht...

    Und Schlag auf Schlag!

    Werd ich zum Augenblicke sagen:

    Verweile doch! du bist so schön!

    Dann magst du mich in Fesseln schlagen,

    Dann will ich gern zugrunde gehn!

    Dann mag die Totenglocke schallen,

    Dann bist du deines Dienstes frei,

    Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen,

    Es sei die Zeit für mich vorbei!

  • Erinnert mich eher an Frühling in Paris. Es drückt eher die Faszination einer Entjungferung aus. "Ich wusste ja gar nicht, wie aufregend Frauen sein können. So schön ist das also." #likavirgin


    Trink das Schwarz in tiefen Zügen :kaffee:

  • Also ich würde da evtl noch ein bisschen weiter gehen...


    Giftig= Verboten


    " darf man sich nicht dran vergreifen"

    " Keine Zeichen,keine Warnung, so perfekt war deine Tarnung"


    Ich denk es geht hier um sehr sehr junge Frauen, die evtl älter aussehen und mit denen man dann vielleicht " aus Versehen " im Bett gelandet ist...

    Vielleicht geht es auch einfach nur um Daddy Games:]

    " Wer Gutes tut, dem wird vergeben, so seid recht gut auf allen Wegen"

    Einmal editiert, zuletzt von Schneewittchen86 ()

  • ^Guter Einwand. Unter dem Aspekt kann man den Text vllt auch so verstehen, dass er überfordert ist. So jung und lustvoll, dass ihm selbst die Sinne vergehen.


    Trink das Schwarz in tiefen Zügen :kaffee:

  • Meines Erachtens ist das eine Kritik am islamistischen Terror. Und ich sage bewusst „Terror“ und NICHT Islam allgemein. Geht wohl eher Richtung Schläferzelle.

    Das Lied lebt meines Erachtens von seinem Spiel mit dem schönen, exotischen Orient aus 1001 Nacht, der uns vorgaukelt, schön und exotisch zu sein, und dahinter aber auch der Gefahr des Terrors durch Milizen, Clans und islamistische Extremisten, welche eher versteckt agieren.

    Ganz klar wird hier nur von Gifttieren gesprochen, welche man typischerweise mit Sand / Wüste in Verbindung bringt (Stachel, Zähne + Gift = Schlange, Skorpion). Mit „Getier“ meint der liebe Till hier einfach nur schlechte Menschen, wie er es auch bei „Waidmanns heil“ mit „Kreatur“ getan hat. Herr Lindemann bezeichnet Menschen, die anderen nur Leid zufügen und sich nicht human verhalten, immer wieder als Kreaturen oder Tiere.

    Dass bei bestimmten Schlagworten der Muezzin ruft und das Lied bewusst orientalisch klingt festigt die These, dass es hier eben NICHT um Sex geht.

    „Im Wasser und zu Land

    Ist uns viel Getier bekannt à „Getier“ = schlechter Mensch, wie schon bei Waidmanns heil

    Rastlos durch ihre Reviere streifen“ à „Reviere“ = abgesteckte Stadtviertel, No-go-Areas; rastlos = immer draußen, an Ecken und Plätzen

    Darf man sich nicht dran vergreifen à Islam darf niemand kritisieren, egal wie vorsichtig auch immer; Medien und „Gutmenschen“ schweigen alles weg…
    Doch gut getarnt liegt die Gefahr

    Gleich neben mir bedrohlich nah. à Lassen sich hier nieder, nehmen Staatsbürgerschaften an, verhalten sich ruhig, sind inzwischen überall – und warten nur…Ist wohl eine „Schäfer“-Thematik, die ja bewusst unauffällig vorbereiten und abwarten bis sie ihren Angriffsbefehl bekommen. Dass „Schläfer“ zumindest möglich ist, zeigt auch die auffallend häufige Verwendung des Wortes „Schlief“ in Verbindung mit dem Angriff/Biss.

    Du bist giftig, ach so giftig à „giftig“ für die gesamte Gesellschaft und auch für die Beziehungen verschiedener Kulturen untereinander, da diese Terroristen Vorurteile schüren und bestätigen, spalten, ihre eigene Kultur zum Feindbild für alle anderen machen à „giftig“ also auch für ihre anständigen Landsleute, die dadurch ebenfalls in Verruf kommen.

    Gestochen, als ich schlief à „als ich schlief“ heißt lediglich, dass der Erzähler die Augen verschlossen hat vor der Bedrohung, also nur im übertragenen Sinn „geschlafen“ hat.

    Und der Stachel steckt so tief à sie sind schon so stark verwurzelt, dass man sie nicht mehr entfernen kann, dafür ist es zu spät - andere Interpretation wäre, dass "unsere" Vorurteile schon zu fest sitzen, siehe 9/11 u. ä., also der Stachel im Westen tief sitzt

    Alle Nächte muss ich bangen à neuer Terror, neue Messerangriffe…

    Nichts hält mich wie du gefangen à alle Gedanken kreisen nur noch um das „Feindbild“, ich sehe sie immer und überall. à auch Kritik am Westen (wie schon bei „Angst“, da wir einen Tunnelblick erhalten, der uns täuscht.

    Die Gefahr zum Greifen nah à praktisch an jeder Straßenecke

    Schön, doch unberechenbar à „schön“ ist der Orient, das Märchen, wird gerne verklärt, aber der Erzähler erkennt inzwischen die Gefahr dieser Verklärung

    Wirst deine Arme um mich legen à seeehr vieldeutig, kann von „Einschmeicheln“ über „sich ausbreiten“ bis hin zu „erwürgen“ gehen, je nach Standpunkt

    Alles steif, kann mich nicht regen à wieder diese Angst, diese diffuse Bedrohung, die wahrscheinlich nur eingebildet ist, aber trotzdem lähmt

    Du bist giftig, ach so giftig

    Gestochen, als ich schlief

    Und der Stachel sitzt so tief

    Du bist giftig, ach so giftig

    Gebissen, als ich schlief à nun ist also wieder etwas passiert! à WOLLTE der Erzähler es nicht sehen? DURFTE er nicht? Ich glaube nicht, dass es nachts passierte, als er wörtlich „schlief“, sondern dies eher wieder ein Zustand des Augenverschließens ist.

    Und die spitzen Zähne tief à selbsterklärend

    Und das Gift strömt langsam in mein Blut à es wird alltäglich und Teil einer „neuen Normalität“

    Ach, ich seh schon weißes Licht à das Ende ist eingeläutet

    Und irgendwie find ich es gut à hier sind wir wieder bei 1001 Nacht… Harem, Gewürze, Tanz und Basar – HACH wie schön doch Multikulti ist

    Ja

    Ein Gegenmittel gibt es nicht
    à einmal etabliert kriegst Du es nicht mehr weg.

    Du bist giftig, ach so giftig

    Gebissen, als ich schlief

    Und die Zähne graben tief

    Du bist giftig, ach so giftig à wie vorher

    Kein Zeichen, keine Warnung

    So perfekt war deine Tarnung à Schläferzelle

    Hinterlistig, als ich schlief à Terror ist IMMER hinterlistig

    Und die Zunge steckt so tief à „die Zunge“ kann ein lyrischer Ausdruck für „Sprache“ oder „Überlieferung“ sein, dann würde der Abschlusssatz bedeuten, dass bereits eine feste Verankerung eingetreten ist

    Also meines Erachtens ergibt das ganze durchaus Sinn, ich möchte aber hier auch klar stellen, dass es sich nur um eine Interpretation eines Liedtextes handelt! Ich will hier keine politische Diskussion lostreten.


    Würde aber grundsätzlich zu Rammstein passen, weil es eben nicht plakativ, einfach, primitiv ist, keine reine Schuldzuweisung ist (der Erzähler = der Westen hat ebenso Schuld an der Situation, nicht alle sind schlecht sondern nur bestimmte Individuen), und es würde thematisch schon sehr stark in die politische Richtung deuten nach Deutschland, Zeig Dich, Armee der Tristen, Angst, Ausländer etc. Fügt sich besser ein als bloßes Ficki-Ficki, das manch einer hierin erkennen will...

  • Rahmschwein

    Bei allem Respekt für die individuelle Interpretation, aber das ist meines Erachtens dann doch etwas weit hergeholt, meinst du nicht?

    Aber da weiß man ja wo man dich nach einem Konzert antreffen könnte :]

    " Wer Gutes tut, dem wird vergeben, so seid recht gut auf allen Wegen"

  • Funfact: Als Kreatur habe ich immer die Frau verstanden, die erlegt werden muss in Waidmanns Heil.


    Kann es sein, dass es dir zu peinlich ist, Rammstein gut zu finden, wenn du nicht einen intellektuellen Ansatz darin erkennst? Ich glaube, diesen Zwist kennen hier viele. Einerseits studiert, anderseits steht man auf eine Band, die mit Riesendildos in die Menge Schaum spritzt.

    Mach dir nichts draus, wir alle sind vielfältig.


    Trink das Schwarz in tiefen Zügen :kaffee: